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25.06.2012

09:50 Uhr

150 Jahre

Das leise Jubiläum der UBS

VonPeter Köhler

Die größte Schweizer Bank UBS feiert am Montag ihr 150-jähriges Bestehen. Aber nach den skandalreichen, letzten Jahren spendet sie statt für Partys Millionen für Bildung.

„Die UBS muss wieder zu einer Ikone der Schweizer Wirtschaft werden“ (Axel Weber, UBS-Präsident). Ohne Staatshilfe hätte die Bank nicht überlegt. dpa

„Die UBS muss wieder zu einer Ikone der Schweizer Wirtschaft werden“ (Axel Weber, UBS-Präsident). Ohne Staatshilfe hätte die Bank nicht überlegt.

Zürich Auf dem weißen Ausflugsdampfer jubelt eine bunt gekleidete Menschenmenge dem Betrachter zu. "Ab 25. Juni fährt die ganze Schweiz für nur 5 Franken einen ganzen Tag Schiff", wirbt die Anzeige. Absender der Einladung ist kein Reiseveranstalter, sondern die Schweizer Großbank UBS.

Denn die größte Schweizer Bank wird am Montag 150 Jahre alt. Statt zu einer pompösen Gala-Feier zu bitten, lädt die Bank lieber ihre Landsleute zu einer Bootstour ein. "UBS begeht das Jubiläum mit Stolz als auch mit Bescheidenheit", erklärt ein Sprecher. Die UBS feiert, aber mit schlechtem Gewissen.

So geht der größte Teil des Geburtstagsbudgets für eine 150 Millionen Franken schwere Bildungsinitiative drauf. Allein der Uni Zürich will UBS in den kommenden zehn Jahren fünf neue Lehrstühle für Wirtschaftswissenschaften spendieren. Die Großbank zeigt sich großzügig mit ihrem Heimatland.

Sie hat auch allen Grund dazu: Denn ohne die Hilfe des Steuerzahlers hätte die Bank den 150. Geburtstag wohl nicht erlebt. 2008 hätte die Finanzkrise die Bank beinahe das Leben gekostet. In einer Rettungsaktion nahm die Schweizerische Nationalbank der UBS notleidende Papiere im Wert von fast 40 Milliarden Dollar ab. Und um die ausgedünnte Kapitaldecke auszupolstern, musste der Staat mit einer Eigenkapitalspritze von sechs Milliarden Franken einspringen.

Es kam aber noch dicker: Im gleichen Jahr geriet UBS in das Visier der US-Justiz. So kam ans Tageslicht, dass die Bank in den USA systematisch reichen Kunden beim Steuerhinterziehen geholfen hatte. Um eine Klage gegen die Bank abzuwenden, musste die Schweizer Regierung ihre eigenen Gesetze brechen und in einer Notaktion den US-Behörden Kundennamen verraten.

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