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13.01.2005

12:30 Uhr

2003er Ergebnis verfehlt

Wüstenrot will 2005 wieder zulegen

Die Bausparkasse Wüstenrot ist im vergangenen Jahr mit einem Neugeschäft von 9,1 Milliarden Euro Bausparsumme rund zehn Prozent hinter dem Ergebnis des Ausnahmejahres 2003 geblieben. Das 2002er Ergebnis wurde dagegen um 14 Prozent übertroffen.

HB LUDWIGSBURG. In diesem Jahr rechnet Wüstenrot wieder mit einem geringfügig steigenden Neugeschäft und einer stabilen Ertragssituation. Angesichts des insgesamt flauen Wohnungsmarktes hat Vorstandschef Klaus Rösch seinem Unternehmen allerdings eine neue Sparrunde verordnet.

„Die Ertragssituation dürfte sich nach heutigem Stand festigen“, sagte Rösch am Donnerstag in Ludwigsburg. Der Jahresüberschuss der Wüstenrot, die zum Stuttgarter Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) gehört, habe sich im vergangenen Jahr auf rund 48 Mill. € belaufen. Im außerordentlich guten Jahr 2003 waren es noch 55,5 Mill. €. Damals war es wegen der geplanten und inzwischen verworfenen Abschaffung der Wohnungsbauprämie zu erheblichen Vorzieheffekten gekommen.

Die Kosten seien 2004 bereits um sechs Prozent oder mehr als 20 Mill. € reduziert worden, ergänzte Rösch. Trotz des erwarteten Anstiegs im Neugeschäft - Wüstenrot strebt ein Plus von ein bis zwei Prozent an - sollen die Kosten in den nächsten drei Jahren um weitere fünf Prozent sinken. „Allein die Optimierung der Geschäftsprozesse wird in den Jahren 2005 bis 2007 eine zusätzliche Einsparung von 15 Mill. € bringen, die dann ab 2008 jährlich anfallen soll“, sagte Rösch.

Dabei werde die Mitarbeiterzahl der drittgrößten deutschen Bausparkasse weiter zurückgehen. Im Jahr 2004 fiel sie auf 3430 von rund 3500. Die Vertriebskraft solle jedoch gestärkt werden. So will die Wüstenrot 300 neue Arbeitsplätze im Außendienst schaffen. Derzeit betreut die Wüstenrot ihre rund 3,5 Mill. Kunden mit etwa 3200 selbstständigen Außerdienstlern.

Im vergangenen Jahr belief sich das Neugeschäft der Wüstenrot auf mehr als 9,1 Mrd. € und lag damit zehn Prozent unter dem Niveau von 2003, aber 14 % über dem Jahr 2002. Im Jahr 2004 seien 377 000 neue Verträge abgeschlossen und eingelöst worden, was dem Niveau von 2002 entspreche. 2003 waren es noch rund 455 000 Verträge. Insgesamt bleibe die Lage des Wohnungsbaus in Deutschland aber trostlos, sagte Rösch. Die Wohnungsbaugenehmigungen seien seit 1995 - mit Ausnahme des Jahres 2003 - zurückgegangen. Auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern sei die Situation nicht besser. Das liege auch an fehlender politischer Stabilität. „Nichts ist mehr kalkulierbar. Und was machen die Bauherren und Investoren? Sie warten ab“, kommentierte der Wüstenrot-Chef. Dabei seien die Darlehenszinsen so niedrig wie lange nicht mehr und müssten dem Markt eigentlich Impulse verleihen.

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