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08.08.2014

17:44 Uhr

25 Millionen Euro

BayernLB lehnt Ecclestone-Angebot ab

Bernie Ecclestone ist noch nicht aus dem Schneider: Nach der millionenschweren Einigung mit der deutschen Justiz ist ein Vergleich mit der BayernLB gescheitert. Die Bank lehnte ab – weil sie mehr Geld will?

Das beleuchtete Logo der Bayerischen Landesbank (Bayern LB) in München: Die Bank hatte ursprünglich sehr viel mehr Geld als die gebotenen 25 Millionen Euro von Ecclestone gefordert, weil sie sich von ihm hintergangen fühlte. dpa

Das beleuchtete Logo der Bayerischen Landesbank (Bayern LB) in München: Die Bank hatte ursprünglich sehr viel mehr Geld als die gebotenen 25 Millionen Euro von Ecclestone gefordert, weil sie sich von ihm hintergangen fühlte.

MünchenFormel-1-Boss Bernie Ecclestone wird den Ärger in München nicht los. Nach seiner 75 Millionen Euro teuren Einigung mit der bayerischen Justiz im Korruptionsprozess scheiterte Ecclestone am Freitag mit einem 25 Millionen Euro schweren Vergleichsangebot an die Bayerische Landesbank. „Die BayernLB hat das Vergleichsangebot von Herrn Ecclestone abgelehnt“, sagte ein Sprecher der Landesbank am Freitag. Ecclestone hatte der BayernLB 25 Millionen Euro geboten, falls sie zustimme, alle Forderungen gegen den Briten aufzugeben.

Auf diesen Generalausgleich habe sich das Institut für diese Summe nicht einlassen wollen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei jedoch durchaus denkbar, dass sich Ecclestone und die Bank im Rahmen von Vergleichsverhandlungen auf eine andere Summe einigten. Andernfalls habe das Institut noch genügend Zeit, um eine zivilrechtliche Klage gegen Ecclestone einzureichen.

Die Baustellen der BayernLB

EU-Verfahren

Bayern hat seine Landesbank nach der Finanzkrise 2008 mit zehn Milliarden Euro stützen müssen. Im Gegenzug machte die EU der Bank und dem Freistaat Auflagen in einem Beihilfeverfahren. Das Verfahren war Ende Juli 2012 abgeschlossen. Die Auflagen, durch die die Bank vor allem kleiner und weniger risikoanfällig gemacht werden soll, sind noch nicht alle erfüllt. Bis 2019 muss die Bank unter anderem noch rund fünf Milliarden Euro an Staatshilfen an Bayern zurückzahlen. Gut 900 Millionen davon hat sie bereits abgestottert.

Streit mit der HGAA

Es war ein milliardenteurer Fehlkauf: Die Übernahme der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 entwickelte sich zu einem Alptraum. Ende 2009 musste die HGAA an Wien zurückgegeben werden. Die Banken streiten weiter und verklagen sich gegenseitig.

HGAA-Desaster vor Gericht

Ebenfalls vor Gericht wird um Schadenersatz für das Debakel gerungen. Der Aufsichtsrat der BayernLB verklagte bereits 2011 den früheren Vorstand der Bank auf 200 Millionen Euro. Da die Rolle der Vorstände auch strafrechtlich noch nicht geklärt ist, dürfte das noch eine Weile dauern. Die BayernLB selbst verklagte zwei frühere Aufseher, nämlich Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und den früheren Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser auf 200 Millionen Euro Schadenersatz.

Die Staatsanwaltschaft und die HGAA

Auch strafrechtlich soll das Debakel um die HGAA Konsequenzen haben - fordert zumindest die Staatsanwaltschaft München I. Die ermittelte lange gegen die früheren Vorstände der Bank und erhob bereits im Mai 2011 Anklage wegen Untreue. Anfang August dann der Knall: Das Landgericht München ließ die Klage in weiten Teilen nicht zu - und machte klar: eine Pflichtverletzung oder gar Untreue sei bei den Vorständen nicht zu erkennen. Der Ausgang ist offen, das Oberlandesgericht München prüft noch immer die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Nichtzulassung der Anklage.

Hintergrund des Streits ist der Ausstieg der BayernLB aus der Formel 1 vor acht Jahren. Die Bank wirft Ecclestone vor, er habe zu Unrecht Provisionen kassiert und zugleich dafür gesorgt, dass die Bank ihren Formel-1-Anteil unter Wert verkauft habe. Ein Korruptionsprozess gegen Ecclestone war am Dienstag gegen eine Geldauflage von 100 Millionen Dollar eingestellt worden. Der Korruptionsverdacht hatte sich nach Ansicht des Gerichts nicht erhärtet.

Ursprünglich hat die BayernLB Finanzkreisen zufolge bis zu 400 Millionen Dollar von Ecclestone gefordert. Im Strafprozess erklärten jedoch sowohl die Staatsanwaltschaft als auch mehrere Zeugen, die Bank habe beim Verkauf ihres Formel-1-Anteils an CVC einen guten Preis erzielt. Zudem hat im Februar ein britisches Gericht Schadenersatzforderungen des deutschen Medienkonzerns Constantin wegen des Verkaufs zurückgewiesen. Constantin beharrt ebenfalls auf seiner 171 Millionen Dollar schweren Forderung an Ecclestone, da das Unternehmen um eine Beteiligung am Verkaufspreis geprellt worden sei.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

08.08.2014, 17:36 Uhr

Die Causa Ecclestone
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Ecclestone wurde vom "königlichen bayrischen Amtsgericht" gegen eine Zahlung von 100 Millionen Euro "freigesprochen".
Er bot der Bayern LB eine Entschädigung von 25 Millionen Euro an, welche diese dankend ablehnte.

Anfang des Jahres hatte die Bank daher eine Schadenersatzklage von 400 Millionen Dollar vor einem Gericht in London angekündigt. Diese wurde aber bisher nicht eingereicht.

Das sollte sie aber jetzt schleunigst nachholen bevor es zu spät ist.

PS: Aber es sind schon merkwürdige Urteile, welche das "königliche bayrische Amtsgericht" fällt.

Herr reiner tiroch

08.08.2014, 17:53 Uhr

ich finde das sehr amüsant miterleben zu dürfen wie sich Dreck und Dreck bekämpft. mal sehen was wir da noch geboten bekommen. Edathy und Harderthauer kaufen sich frei, oder so?

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