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09.09.2011

10:04 Uhr

40.000 Stellen in Gefahr

„Verstörende Veränderungen“ bei der Bank of America

Die Negativnachrichten von der Bank of America reißen nicht ab. Dass die größte US-Bank Stellen streichen muss, war schon bekannt. Nicht aber, dass es bis zu 40.000 Mitarbeiter treffen könnte.

Das Logo der Bank of America: Die Bank kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. dpa

Das Logo der Bank of America: Die Bank kommt nicht aus den Negativschlagzeilen.

BangaloreDie Bank of America erwägt offenbar in den kommenden Jahren, rund 40.000 Stellen zu streichen. Die Zahl sei noch nicht endgültig und könne sich deshalb noch ändern, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ) unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.

Sollte sich das bewahrheiten, würde sich der US-Finanzriese an die Spitze einer unrühmlichen Rangliste katapultieren: Bisher hatte Europas größte Bank HSBC mit 30.000 den höchsten Stellenabbau angekündigt.

Wie die Bank of America um die Zukunftsfähigkeit kämpft

Verkauf von Anteilen an chinesischer Großbank

Am 29. August hat die Bank of America den Verkauf von Anteilen an der China Construction Bank für rund 8,3 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) angekündigt. Sie nutzte die erste Gelegenheit nach dem Ende der Haltefrist, um einen Teil der Aktien zu Geld zu machen und verdiente damit 3,3 Milliarden Dollar. So gewaltig war die Summer aber nicht - angesichts eines Rekordverlusts der größten US-Bank von 8,8 Milliarden Dollar im zweiten Quartal des vergangenen Jahres.

Beteiligung von Investor Buffett

Erst am 26. August hatte die Nachricht vom Einstieg des legendären Investors und Milliardärs Warren Buffett mit fünf Milliarden Dollar die Anleger überrascht - und beruhigt.

Jobabbau

Bank-Chef Brian Moynihan hatte angekündigt, jedes Quartal 1,5 Milliarden Dollar einzusparen. Allein im dritten Quartal bis Ende September sollten 3500 Stellen wegfallen. Der laufende Umbau des Geldhauses könnte insgesamt sogar über 10.000 Beschäftigte den Job kosten, das wäre mehr als jede 30. Stelle.

Warum die Bank of America Sorgen macht

Die Bank of America hatte in der Finanzkrise Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil der Immobilienfinanzierer Kredite viel zu lax vergeben hatte. Hausbesitzer können nun reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen und frühere Geschäftspartner von Countrywide verlangen Schadenersatz. Deshalb muss sich die Bank of America mit massiven Verlusten herumschlagen und ist der zurzeit größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten.

Vergleich wackelt

Wegen des milliardenschweren Hypothekenvergleichs der Bank of America formiert sich immer mehr Widerstand. Am 29. August reichte auch die US-Einlagensicherheitsbehörde FDIC beim US-Bezirksgericht in Manhattan Beschwerde gegen das Abkommen ein. Die Bank of America will den 22 institutionellen Investoren die Rekordsumme von 8,5 Milliarden Dollar zahlen, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu räumen, die auf Countrywide zurückgehen.

Ende August hatte es in einem internen Rundschreiben der chronisch angeschlagenenen Bank of America geheißen, dass allein in diesem Quartal 3500 Stellen wegfallen. Bankchef Brian Moynihan hatte angekündigt pro Quartal künftig bis zu 1,5 Milliarden Dollar einsparen zu wollen. Das „Wall Street Journal“ hatte bisher mit mindestens 10.000 Stellenstreichungen gerechnet, und vergangene Woche legte dann der am Sitz des Instituts erscheinende „Charlotte Observer“ nach: Bis zu 30.000 Jobs könnten in den kommenden Jahren dem Sparkurs zum Opfer fallen.

Führungskräfte der Bank haben sich laut WSJ am Donnerstag in Charlotte im US-Staat North Carolina getroffen und wollten am Freitag erneut zusammenkommen, um Beschlüsse zu fassen. Bei der Großbank war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Sie hat dieses Jahr bereits 6000 Stellen gestrichen und beschäftigte Ende Juni noch 288.000 Mitarbeiter.

Trotz der jüngsten Kapitalspritze von Starinvestor Warren Buffett über fünf Milliarden Dollar steht das Institut weiter unter großem Druck, sein Kapitalpolster aufzubessern. Seit Anfang des Jahres ist der Börsenwert des Instituts um mehr als 40 Prozent geschmolzen.

Kommentare (4)

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Schlaumeier

09.09.2011, 09:58 Uhr

Die 30.000 können alle bei Heli-Ben anfangen. Der braucht Gelddrucker ohne Ende. Jedem AMI sein Mio, dann konsumiert er auch wieder (Müll den keiner braucht).

w.schwachtel@gmx.de

09.09.2011, 10:44 Uhr

Hallo Handelsblatt. Schreibt doch mal mehr KLARTEXT

statt "faule Kredite" schreibt mal "Kredite,die nicht mehr zurückgezahlt werden können"

Account gelöscht!

09.09.2011, 11:04 Uhr

Die Blaseist angestochen, das perverse System beginnt zu bröckeln.

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