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04.01.2012

17:24 Uhr

450 Milliarden

EZB-Bankeinlagen steigen auf neuen Rekordwert

Die Einlagen der Banken bei der Europäischen Zentralbank sind auf einen neuen Rekordwert geklettert. Die Banken horten sicherheitshalber nun mehr als 450 Milliarden Euro bei der EZB - ein Zeichen des Misstrauens.

Die Banken lagern das Geld lieber bei der EZB. dpa

Die Banken lagern das Geld lieber bei der EZB.

FrankfurtDie Banken trauen sich weiter nicht über den Weg: Die Kreditinstitute haben mehr Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gebunkert als jemals zuvor. Auf 453,2 Milliarden Euro schwoll das Volumen im virtuellen Nachttresor der Notenbank an. „Die Angstkasse bleibt voll und wird vermutlich noch voller“, fasste ein Händler am Mittwoch zusammen.

Seitdem die EZB kurz vor Weihnachten den Geldhäusern für drei Jahre die gigantische Summe von beinahe einer halben Billion Euro zu einem Zinssatz von einem Prozent zur Verfügung gestellt hat, schwimmen die Banken im Geld. Anstatt es untereinander zu verleihen, legen sie es lieber bei der EZB auf die hohe Kante - auch wenn sie dafür gerade einmal 0,25 Prozent Zinsen bekommen. Zugleich müssen sich einige Banken bei der EZB teuer Geld besorgen.

„Wir haben im Bankensystem eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: die einen wissen nicht wohin mit ihrem Geld und die anderen hängen am Tropf der EZB“, erklärte ein Händler. Letztere haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder bei der Zentralbank übernacht Geld leihen müssen - ein teueres Vergnügen, denn die EZB nimmt für diese Notleihe 1,75 Prozent Zinsen. Zum Vergleich: bei den wöchentlichen Refinanzierungsgeschäften verlangt die Notenbank den Leitzins von 1,0 Prozent.

Über die Notleihe - auf Notenbank-Deutsch: Spitzenrefinanzierungsfazilität - haben sich Banken seit Ende 2011 gut über zehn Milliarden Euro geliehen. Per Dienstagabend betrug das Volumen laut EZB rund 15 Milliarden Euro. Schon in den Wochen zuvor war es mit häufig über fünf Milliarden Euro ungewöhnlich hoch gewesen. Denn normalerweise nehmen die Banken dieses Instrument kaum in Anspruch. „Gerade über den langen Zeitraum betrachtet, erscheint das hohe Volumen unplausibel“, erklärte ein Händler.

Kommentare (1)

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Peer

04.01.2012, 10:06 Uhr

Geht doch, dass man Sicherheit hier verbreitet.

Warum auch immer diese Reserven gerade angesammelt werden (müssen). Trotzdem ist es gut zu wissen, dass gewisse Tzunami Wellen hier nicht gleich wieder eine neue Krise erzeugen müssen.

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