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05.01.2010

09:56 Uhr

80-Prozent-Plus

Credit Suisse ist der Darling der Anleger

VonTorsten Riecke

Die Schweizer Großbank hat sich geschickt durch die Krise manövriert und fährt jetzt ihre Ernte ein. Mit einem Plus von mehr als 80 Prozent hat die Credit Suisse die Rivalin UBS weit hinter sich gelassen. Nun ist sie die wertvollsten Bank der Schweiz. Was die Credit Suisse erfolgreich macht.

Steht ungern im Mittelpunkt, glänzt aber mit seiner Erfolgsbilanz: Credit Suisse-Chef Brady Dougan. dpa

Steht ungern im Mittelpunkt, glänzt aber mit seiner Erfolgsbilanz: Credit Suisse-Chef Brady Dougan.

ZÜRICH. Im Jahr eins nach der Krise ist die Credit Suisse (CS) aus dem Schatten ihrer ewigen Erzrivalin UBS herausgetreten. Die Abstimmung der Investoren an der Börse fällt eindeutig aus: Mit einem Plus von mehr als 80 Prozent hat die CS ihre Nachbarin von der Zürcher Bahnhofstrasse weit hinter sich gelassen. Die UBS schaffte im vergangenen Jahr gerade einmal einen Zugewinn von gut sieben Prozent. Auf der Erfolgswelle florierender Märkte ist die Mannschaft um CS-Chef Brady Dougan an Oswald Grübel & Co. vorbeigesegelt und ist jetzt mit einem Marktwert von rund 61 Milliarden Franken die wertvollste Bank der Schweiz.

Die Spitzenposition verdankt die Credit Suisse einer Mischung aus Glück und Können. Glück, weil sich die Bank lange im Schatten der UBS verstecken konnte und so ihre eigenen Probleme nie ins Rampenlicht gerieten. Können, weil die CS anders als ihre Rivalin nie dem Größenwahn verfallen ist. Die Credit Suisse ist nicht nur mit deutlich weniger Risiken in die Finanzkrise hineingegangen, sondern sie hat sich auch viel schneller den neuen Marktverhältnissen angepasst.

In der Schweiz will die Bank die Nummer eins werden

Dadurch konnte sie vor allem im Investment Banking und in der Vermögensverwaltung Marktanteile hinzugewinnen. Aber auch auf dem Heimatmarkt bläst die CS inzwischen zum Angriff. "Wir wollen die führende Bank in der Schweiz werden", hatte Hans-Ulrich Meister bereits vor Monaten angekündigt. Der CS-Chef für die Schweiz war Anfang 2009 von der UBS gekommen. "Und viele sind ihm gefolgt", verrät ein CS-Spitzenbanker.

Für Kian Abouhossein ist die CS der Liebling unter den global agierenden Investmentbanken. Der Analyst bei der Großbank JP Morgan begründet das nicht nur damit, dass die Schweizer zum Beispiel im Prime Brokerage für Hedge-Fonds der durch die Krise kleiner gewordenen Konkurrenz kräftig Marktanteile abnehmen konnten. Hinzu kämen eine straffe Kostendisziplin, ein gutes Risikomanagement und eine üppige Kapitalausstattung.

Am Ende des dritten Quartals meldete die CS eine Kernkapitalquote von mehr als 16 Prozent. Ohne das umstrittene Hybridkapital wären es allerdings nur 11,3 Prozent. Die Schweizer hoffen jedoch, dass die neuen Kapitalanforderungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht zumindest einen Teil der Zwitterprodukte akzeptieren.

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