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09.04.2006

13:25 Uhr

Absatz

J.P. Morgan Chase und Bank of New York in Milliarden-Tauschgeschäft

Die beiden New Yorker Großbanken J.P. Morgan Chase & und The Bank of New York haben einen Mrd.-Tausch von wichtigen Geschäftssparten vereinbart.

dpa-afx NEW YORK. J.P. Morgan Chase übernimmt nach Angaben der beiden Unternehmen das 338 Zweigstellen umfassende Zweigstellennetz der Bank of New York mit 700 000 Kunden sowie mehr als 100 000 kleineren Unternehmenskunden für 3,1 Mrd. Dollar (2,6 Mrd Euro). Dabei wird ein Aufgeld von 2,3 Mrd. Dollar zu Grunde gelegt.

Die drittgrößte US-Bank nach der Citigroup und der Bank of America baut damit ihre Führungsposition im lukrativen New Yorker Bankenmarkt und in den angrenzenden Bundesstaaten auf einen Schlag stark aus. Die 1 784 gegründete Bank of New York hatte bei den Zweigstellen Einlagen von 14,5 Mrd. Dollar und rund 4 000 Mitarbeiter in New York, New Jersey und Connecticut.

Im Gegenzug übernimmt die Bank of New York das Wertpapier- Verwaltungsgeschäft der J.P. Morgan Chase für 2,8 Mrd. Dollar. Dabei wird ein Aufgeld von 2,15 Mrd. Dollar einkalkuliert. J.P. Morgan Chase zahlt zusätzlich 150 Mill. Dollar für die Differenz zwischen den jeweiligen Aufgeldern.

Die Transaktion wurde von den Verwaltungsräten beider Banken genehmigt und soll spätestens im vierten Quartal über die Bühne gehen. Die Transaktion wird der Bank of New York einen Gewinn von 1,3 Mrd. Dollar nach Steuern bringen und der J.P.Morgan Chase 600 bis 700 Mill. Dollar.

Die Bank of New York verdoppelt dieses spezialisierte Bankgeschäft nahezu. Sie hatte dort in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Die J.P. Morgan-Sparte führt betreuende verwaltungstechnische Aufgaben zur Bedienung von Unternehmens- und anderen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von fünf Billionen Dollar in aller Welt durch. Damit erhöht sich das Volumen der betreuten Anleihen bei der Bank of New York auf insgesamt acht Billionen Dollar. Der übernommene Geschäftsbereich hat 1 300 Beschäftigte in 25 Standorten in aller Welt.

Bankexperten verwiesen darauf, dass J.P. Morgan Chase angesichts der starken Expansion von Großbanken wie Bank of America und Citigroup im regulären Bankgeschäft mit den Konsumenten im Großraum New York ihre dortige Führungsposition durch die Transaktion verteidigt. "Dies ist ein toller Zukauf für unser Geschäft in der Stadt New York und dem Dreiländer-Umfeld. Wir wollen hier eindeutig der Sieger bleiben", betonte Jamie Dimon, Chef von J.P. Morgan Chase. Die Bank of New York war ihrerseits gegenüber den dominierenden Branchenführern ins Hintertreffen geraten. Sie will sich auf das Wertpapier-Dienstleistungsgeschäft und auf die Vermögensberatung und -verwaltung für reiche Kunden konzentrieren.

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