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01.07.2013

16:17 Uhr

Absprache bei Kreditderivaten?

Deutsche Bank unter Kartellverdacht

Haben 13 Großbanken den Handel mit Kreditausfallversicherungen abgeschottet? Die EU-Kommission glaubt, ausreichend Belege dafür zu haben, und droht mit Geldbußen. Auch die Deutsche Bank ist betroffen.

Die Deutsche Bank wird von der EU-Kommission unter die Lupe genommen. dpa

Die Deutsche Bank wird von der EU-Kommission unter die Lupe genommen.

Brüssel/FrankfurtDer Deutschen Bank und zwölf weiteren Investmentbanken aus Europa und den USA drohen hohe Kartellstrafen. Die EU-Kommission verdächtigt die Geldhäuser, geheime Absprachen beim Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) getroffen zu haben. Sie sollen so Börsenbetreiber - etwa die Deutsche Börse - am Eintritt in den Markt gehindert haben. Das teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Die Deutsche Bank wollte den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren.

Am Ende des Verfahrens könnten auf die Banken EU-Strafen von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes zukommen. Betroffen sind unter anderem JP Morgan, Barclays und Goldman Sachs. Beschuldigt werden auch der Derivateverband ISDA mit Sitz in New York und der Datendienstleister Markit, der führende Anbieter von Finanzinformationen auf dem CDS-Markt.

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Die EU-Kommission hat über zwei Jahre lang ermittelt. Nun geht sie davon aus, dass die Akteure die Börsen vom Markt mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) ausschließen wollten, damit der Börsenhandel ihre Einnahmen aus der außerbörslichen Vermittlung nicht schmälerte. „Das wäre ein klarer Verstoß gegen die europäischen Regeln“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Zur damaligen Zeit sei der Handel vor allem außerhalb der Börse (OTC/„Over the Counter“) abgelaufen. Laut EU-Kommission versuchten die Deutsche Börse und die Chicago Mercantile Exchange zwischen 2006 und 2009, in das Geschäft mit Kreditderivaten einzusteigen. Deshalb fragten sie bei ISDA und Markit nach Lizenzen. Die Banken, die diese Einrichtungen kontrollieren, hätten aber die Anweisung erteilt, die Lizenzen nur für den außerbörslichen Handel, nicht aber für den Börsenhandel zu erteilen, so die EU-Behörde. Außerdem hätten die Banken versucht, die Börsen auszuschließen, indem sie sich auf ein bevorzugtes Clearinghaus verständigten.

Die obersten Kartellhüter Europas haben in dem laufenden Kartellverfahren den Banken nun Briefe mit den Vorwürfen geschickt; diese können jetzt Stellung nehmen. Bereits im April 2011 hatte die EU-Behörde das Verfahren eröffnet. Absprachen zum Schaden von Kunden, Konkurrenten und Verbrauchern sind in der EU streng verboten.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Rheiner

01.07.2013, 14:13 Uhr


Zitat : Deutsche Bank unter Kartellverdacht


http://www.neuemitte.info/publikationen/item/4-deutsche-bank-ist-eine-wasserstoffbombe.html

Observer

01.07.2013, 14:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Matze

01.07.2013, 14:20 Uhr

@ nach zerohedge blaufen sich die derivate positionen der deutschen bank - bei den anderen sieht es genauso aus - auf ein viel-vielfaches des deuteschen BIP's. Dieser over the counter/desk non-regulated martk, hab also volumina, die locker viel-vielfache des weltBIPs ausmachen. Sagte nicht scho Archimedes, gib mir einen Hebel ausserhalb der Erde und ich hebe ebendiese locker aus den Angeln.

sumse-sumse sumarum haben sich diese Banken bei der deregulierung mal eben den archimedischen hebel hin-dereguliert, oder?
die "damen und herren der aufsichten" sehen langsam wald und nicht nur bäume?

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