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21.01.2010

12:13 Uhr

Abwicklung

HRE schrumpft sich gesund

VonHans G. Nagl

Die vom Steuerzahler gerettete Münchener Hypo Real Estate (HRE) macht mit der von ihr geplanten Bad Bank Ernst. Bis zu 210 Mrd. Euro an Vermögenswerten will das mittlerweile verstaatlichte Institut in eine sogenannte Abwicklungsanstalt des Bundes auslagern. Es wäre damit die größte Bad Bank des Landes. Die Düsseldorfer WestLB plant "lediglich" die Auslagerung von Bilanzteilen in Höhe von 85 Mrd. Euro.

FRANKFURT. "Die Errichtung einer Abwicklungsanstalt ist ein wichtiger Schritt für die Neuausrichtung des Konzerns", erklärte HRE-Chef Axel Wieandt. Der Antrag sei bereits gestellt worden. Die PBB Deutsche Pfandbriefbank, die für das überlebensfähige Kerngeschäft gegründet wurde, werde durch die Auslagerung von problematischen und nicht-strategischen Positionen entlastet. Durch die Übertragung werde außerdem der Kapitalbedarf der PBB sinken und die gesunde Tochter wieder "schneller reprivatisierungsfähig gemacht". Bislang hatte der Konzern zehn Mrd. Euro frische Mittel als notwendig ausgemacht - sechs Mrd. Euro sind bereits geflossen.

Die HRE war einst eines der 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Das Institut stand wegen Fehlspekulationen der irischen Tochter Depfa im Herbst 2008 kurz vor dem Kollaps und riss beinahe das globale Finanzsystem mit in den Abgrund. Es bedurfte mehrerer nächtlicher Rettungsaktionen sowie rund 100 Mrd. Euro an Hilfen von Banken und Staat, um das Schlimmste zu verhindern.

Die Bad Bank der HRE soll im zweiten Halbjahr 2010 stehen. Übertragen werden nicht nur jene Wertpapiere, die schon für Milliardenverluste bei den Münchenern gesorgt haben. Hinzu kommen auch Teile des Staats- und Immobilienfinanzierungsportfolios von Depfa und PBB sowie Derivatepositionen. Darüber hinaus wird erwogen, auch Teile der Refinanzierung an die Bad Bank zu übertragen. Die Vermögenswerte werden dabei aber auch künftig weiter von der HRE gemanagt.

Widerstand aus Brüssel

Offen ist, ob die Pläne grünes Licht der Brüsseler Wettbewerbshüter bekommen. Die EU-Kommission hatte erst am Mittwoch massive Zweifel an der Lebensfähigkeit der HRE geäußert. Hier könnten damit zusätzliche Auflagen drohen.

Kommentare (2)

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Olaf Bettenwoorth

21.01.2010, 20:29 Uhr

Der Ruin !
Das finanzsystem ist nicht mehr zu retten.toxische papier,jeder der sie berührt,wird selber toxisch hallo staat der bankrott,wie wird er verhindert?die rettungsversuche geld drucken neues geld drucken erzwingt Hyper-inflation,aber das wisst ihr ja selber.heimlich wird das ende vorbereite,im TV wird geschwätzt krise bald vorbei neues denken.Der Atlas der Wut gibt es ihn?? 683,7 billionen $ ungedeckte Derivate ins verhältnis gesetzt zu 54 billionen realvermögen der welt crash Das wird geleugnet bis zum letzten tag unseres finanzsystems Papiergeld ohne bindung an gold ist ebend ein freibrief für alles.oder wir bezahlen mit schuldscheine die nichts wert sind in(kalifornien)glaube ich ist das praxis 1923-2009 alles ähnelt sich plötzlich steht die realität vor uns.es gibt keine rettung ausser ehrlichkeit.denke es ist zu spät oder?

Besserwisser

21.01.2010, 23:40 Uhr

Es ist eine Schande und Hochverrat am bürger und Steuerzahler was hier vor dessen Augen veranstaltet wird. Wie dumm sind eigentlich die bürger dieser Republik? Es ist unglaublich, welche Entscheidungen die Politik trifft, ohne dafür bestraft zu werden. Und warum ist das so ? Ganz einfach, ca. 65% der bürger verstehen ohne hin nichts von den Abläufen, 15% sind Nutznießer dieses Systems, dem Rest ist einfach alles egal. Herzlichen Glückwunsch für diesen Staat.

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