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07.04.2016

14:10 Uhr

Achleitner und Deutsche Bank

„Jetzt würde ich kandidieren“

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Paul Achleitner, ist grundsätzlich bereit für eine zweite Amtszeit ab dem Jahr 2017. Zur Zukunft des scheidenden Co-Chefs Jürgen Fitschen kündigt er bald neue Details an.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Paul Achleitner, kann sich eine weitere Amtszeit ab 2017 vorstellen. AFP; Files; Francois Guillot

Paul Achleitner

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Paul Achleitner, kann sich eine weitere Amtszeit ab 2017 vorstellen.

Düsseldorf„Ich werde nun bestimmt keinen Wahlkampf machen. Wenn die Abstimmung jetzt stattfände, würde ich erneut kandidieren“, sagte er der WirtschaftsWoche. Ob er 2017 tatsächlich antritt, ließ er allerdings offen. „Ich stelle mich der Verantwortung, aber ich klebe auch nicht an meinem Stuhl“, sagte er. Zum gegebenen Zeitpunkt werde er entscheiden, ob er noch einmal antrete, und die Aktionäre würden entscheiden, ob sie ihn wählen wollen.

Achleitner bestritt, dass Aktionäre ihn dazu gedrängt hätten, 2017 nicht mehr anzutreten. „Ich lese solche anonymen Aussagen zwar immer wieder, aber in dem intensiven Dialog, den wir mit unseren Investoren pflegen, hat keiner diese Forderung erhoben“, sagte er. Vorwürfe, er habe in seiner Funktion zu zögerlich agiert, wies er zurück.

Seit der Hauptversammlung 2012 habe die Bank den Aufsichtsrat und den Vorstand weitgehend neu aufgestellt, zwölf Milliarden Euro Kapital aufgenommen, eine neue Strategie auf den Weg gebracht und die Bank grundlegend umgebaut. „Und trotzdem wirft man uns vor, zu langsam gewesen zu sein? Ehrlich gesagt: Wer das behauptet, hat nicht verstanden, wie Entscheidungsprozesse in Aufsichtsrat und Vorstand laufen und wie komplex eine systemrelevante Bank in der hochregulierten Welt ist“, sagte Achleitner. „Rein sachlich ist der Aufsichtsrat mit seiner Arbeit insgesamt im Reinen.“

Achleitner bestritt zudem, dass er zu lange am 2015 abgelösten Co-Vorstandschef Anshu Jain festgehalten habe: „Die Doppelspitze mit Anshu Jain und Jürgen Fitschen war gerade mal ganze drei Jahre im Amt. 2015 haben wir mit Ausnahme des Risikoressorts alle Vorstandsposten neu besetzt. Ich finde das ziemlich entschlossen“, sagte er. Ebenso bestritt er, dass er erst auf Druck der Investoren gehandelt habe. „John Cryan war ja schon länger an Bord, und dem Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats war klar, dass er im Fall der Fälle Vorstandsvorsitzender werden könnte. Wir waren also vorbereitet“, sagte er.

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