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28.04.2011

07:50 Uhr

Ackermann-Nachfolge

Kann Axel Weber Deutsche-Bank-Chef?

VonRobert Landgraf, Norbert Häring

Josef Ackermann will in zwei Jahren aufhören. Als Kandidat für seine Nachfolge gilt unter anderem Noch-Bundesbank-Chef Weber. Ob er der Richtige ist für den Job - ein Pro und Contra.

Axel Weber in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Quelle: dpa

Axel Weber in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt.

FrankfurtJosef Ackermann geht, wenn er nicht doch noch einmal den Rückzieher vom Rückzieher macht, im Mai 2013 in den Ruhestand. Dann braucht die Deutsche Bank einen neuen Chef. Einer derer, die als Kandidaten gehandelt werden, verlässt demnächst auch seinen Posten: Axel Weber, Noch-Präsident der Deutschen Bundesbank. Doch wäre der Ökonomie-Professor der richtige Mann für den Job? Ein Pro und Contra.

Pro

Axel Weber ist der richtige Mann für den wichtigsten Job im Deutschland der Privatwirtschaft. Nur Weber kann Ackermann vollwertig ersetzen. Nur Weber hat die Persönlichkeit, und das heißt hier: die Standfestigkeit, die für diese Führungsaufgabe nötig ist. Den Rest kann er lernen.

Neben Weber verblassen die Kronprinzen Ackermanns aus der Bank. Zweifellos sind Investmentbanker Anshu Jain und Risikomanager Hugo Bänziger hervorragende Fachleute und zählen zu den Besten ihres Faches. Nur reicht das nicht. Wenn uns die Finanzkrise eines gelehrt hat, dann dies: Spezialisten sind beim Auf- und Abarbeiten einer Krise von unschätzbarem Wert. Allerdings: Die richtigen Entscheidungen müssen vorher gefällt werden, der Mann an der Spitze muss nicht nur einen hellen Verstand, sondern auch ein gutes Bauchgefühl haben.

Robert Landgraf hält Weber für den richtigen Mann.

Robert Landgraf hält Weber für den richtigen Mann.

Weber ist - so gesehen - eine komplette Führungsfigur. Sein Kopf und sein Bauchgefühl funktionieren gleichermaßen gut. Und ein Drittes kommt hinzu: Weber ist unbestechlich. Er lässt sich nicht verbiegen. Deshalb stand er letztlich nicht für den Job des Präsidenten der Europäischen Zentralbank zur Verfügung. Darum sprach er ungeliebte Wahrheiten über die zu laxe Geldpolitik und die zu lockere Versorgung der Banken mit Liquidität aus. Weber richtete den Blick bereits auf die nächste Krise. Zu Recht.

Mit seiner hart erarbeiteten, internationalen Reputation, seinen besten Beziehungen zu Bankern und Notenbankern, zu Regierungschefs und Milliardären überall in der Welt passt er genau auf diesen Posten. Konflikte mit der deutschen Politik wird er in den nächsten Monaten abbauen können. Ohnehin: Der Chef der Deutschen Bank ist nicht da, um geliebt zu werden. Seine Aufgabe ist es, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen. Aber vor allem Geschäfte einzufädeln.

Das Anforderungsprofil für den künftigen Chef der Bank ist aber noch breiter angelegt. Nach der Übernahme der Postbank muss er eine Balance finden zwischen den Investmentbankern, die in New York und London das große Geld verdienen, und den Angestellten der Postbank. Diese müssen sich oftmals mit dem Tarifgehalt begnügen. Für die nächsten Jahre ist das die Mammutaufgabe.

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