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10.01.2011

19:01 Uhr

Ackermann-Rede im Wortlaut

„Sicherung der Stabilität in Europa ist größte Aufgabe“

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat beim Neujahrsempfang seines Instituts der deutschen Wirtschaft ein „fulminantes Comeback“ attestiert. Zugleich warnte der Top-Banker aber, dass die globale Krise noch längst nicht vorbei sei. Handelsblatt Online dokumentiert Ackermanns Rede, in der er auch skizziert, was die Politik tun muss, um einen neuerlichen Wirtschaftseinbruch und eine Euro-Krise zu verhindern.

Warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft: Josef Ackermann. Reuters

Warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft: Josef Ackermann.

"Sehr geehrter Herr Bundesminister Pofalla, sehr geehrte Staatssekretäre und Damen und Herren Abgeordnete des Deutschen Bundestags sowie des Berliner Abgeordnetenhauses, Exzellenzen, sehr verehrte Damen und Herren.

Herzlich willkommen zum Neujahrsempfang der Deutschen Bank! Ich freue mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen, dass Sie heute Abend unsere Gäste sind und wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gutes, ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2011.

Im vergangenen Jahr habe ich an dieser Stelle die Hoffnung geäußert, 2010 möge weniger schwierig werden als 2009. Diese Hoffnung hat sich zumindest für Deutschland erfüllt. Ja, mehr als das: in 2010 hat die deutsche Wirtschaft durch gemeinschaftliches, besonnenes Handeln ein fulminantes Comeback erlebt. Dem schweren Wachstumseinbruch des Vorjahres folgte ein unerwartet kraftvoller Aufschwung und die Arbeitslosigkeit konnte deutlich gesenkt werden. Dies ist ein beeindruckender Beleg für die Leistungskraft und den Gemeinsinn dieses Landes.

Daran knüpft die Hoffnung an, die ich heute hier zum Ausdruck bringen möchte – und die ebenso in Erfüllung gehen möge wie die aus dem vergangenen Jahr: Lassen Sie uns den Schwung aus 2010 voll mitnehmen in 2011, und lassen Sie ihn uns nutzen, um noch Mehr und Größeres zu erreichen! Auch dieses Jahr hält seine Herausforderungen an uns alle bereit. Um sie erfolgreich zu bewältigen, können wir die aktuelle solide wirtschaftliche Basis und die Zuversicht, die auf ihr gründet, gut gebrauchen.

Denn es ist unübersehbar: Wir haben zwar die unmittelbaren Folgen der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden. Wirtschaft und Finanzsysteme sind stabilisiert. Aber: Wenn auch die Weltwirtschaft das Schlimmste überstanden hat, so ist sie doch keineswegs bereits über den Berg. Die Überwindung der Krise wird längere Zeit in Anspruch nehmen – und wir müssen Acht geben, im Zuge der Krisenbewältigung nicht neue Risiken entstehen zu lassen. Um nur einige der gegenwärtigen Besorgnisse zu nennen:

Kommentare (7)

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Kapitalverbrecher

10.01.2011, 21:02 Uhr

Ackermann: "Nötig sei hierfür das Vertrauen der bürger".
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Nötig sind nicht nur deren Vertrauen, sondern vor allem deren Knete.
Wir Steuerzahler zahlen doch mal wieder für eure Kapitalverbrechen und Zockereien.
Sorry Herr Ackermann, aber für mich sind Sie und ihre bagage schwerkriminelle Kapitalverbrecher!
Sie müßen nicht um Vertrauen bei den bürgern werben, sondern dankbar dafür sein, das ihre abartige branche und das Schuldgeldsystem überhaupt noch existent ist. Nur so können Sie doch weiterhin weiterzocken und 20%tige Renditevorgaben anstreben.
Also hören Sie mir auf, um das Vertrauen bei den bürgern zu winseln. Wir bürger vertrauen niemandem mehr - keinem Politiker, erst recht keinem bankster. ich persönlich hätte Sie und ihre ganze beschiessene branche voll gegen die Wand fahren lassen, anstatt durch Steuergelder deutsche und französische banken und Großinvestoren zu retten.
Aber ich denke, aufgeschoben ist nicht aufgehoben und der leckgeschlagene Eurodampfer voll gegen das nächste Riff knallt, daran zerschellt und untergeht. Es kann auch gerne ein Eisberg sein!
Man denke nur an die Titanic, welche als absolut unsinkbar galt, aber aller beteuerungen zum Trotz, sang und klanglos innerhalb von 2 1/2 Stunden unterging.
ich bin absolut zuversichtlich, das ich dieses Szenario erleben werde und drehe an diesem Tag eine Ehrenrunde um die protzigen bankentürme in Frankfurt!
Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Andreas

10.01.2011, 21:08 Uhr

Herr Ackermann, ich glaube ihnen. Und das ist kein Zufall.

bravo

10.01.2011, 21:58 Uhr

Ackermann mahnt als kompetenter Wirtschaftsfachmann zum wiederholten Male Reformen an, deren Ziel die deutliche Senkung der viel zu hohen Staatsquote sein muss.

Die eigentliche Problematik liegt doch in den viel zu hohen Kosten für jene Mitbürger, die mangels Qualifikation keine Chancen im Ersten Arbeitsmarkt haben. Diese bevölkerungsgruppe lebt also von Transferleistungen, die von den Steuergeldern der Erwerbstätigen aus der Wirtschaft finanziert werden müssen. Dazu kommen noch alle H4-Empfänger und der völlig überdimensionierte Staatsapparat mit den öffentlich bediensteten und beamten, die alle dem Steuerzahler zusätzlich zur Last fallen. Deshalb sind die Steuern und Abgaben für Sozialleistungen in der bRD derart hoch, dass die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit ernsthaft gefährdet sind. Wir müssen deshalb dringend die zu hohe Staatsquote von über 52% senken !

Diese Staatsquote zu reduzieren ist die vordringlichste Aufgabe der Merkel- Regierung. Und da passiert – entgegen den Wahlversprechen und dem Koalitionsvertrag von CDU und FDP – leider überhaupt nichts. im Gegenteil, mit neueingeführten zusätzlichen Steuern und Steuererhöhungen werden bürger und industrie immer weiter erpresst.

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