Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.12.2015

17:30 Uhr

Adidas-Verkauf durch Crédit Lyonnais

Unternehmer Tapie muss Millionen-Entschädigung zurückzahlen

Der Streit zwischen dem unkonventionellen französischen Geschäftsmann Bernard Tapie und der Bank Crédit Lyonnais um den Verkauf von Adidas dauert seit Jahren – jetzt muss Tapie eine Millionen-Entschädigung zurückzahlen.

Ermittler vermuten, die Schlichtung sei zugunsten Tapies entschieden worden, weil er 2007 den Präsidentschaftswahlkampf von Nicolas Sarkozy unterstützt hat. AFP

Verdacht

Ermittler vermuten, die Schlichtung sei zugunsten Tapies entschieden worden, weil er 2007 den Präsidentschaftswahlkampf von Nicolas Sarkozy unterstützt hat.

ParisDer französische Unternehmer Bernard Tapie muss mehr als 400 Millionen Euro in seinem Streit mit der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais zurückzahlen. Zu diesem Urteil kam das Berufungsgericht am Donnerstag in Paris. Der schillernde Unternehmer Tapie hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais bei dem Verkauf seiner Anteile an dem Sportartikel-Hersteller Adidas-Anteile geprellt gesehen und deswegen geklagt.

Der Schiedsspruch 2008 brachte ihm die mehr als 400 Millionen Euro ein, Zinsen eingerechnet. An der damaligen Einigung beteiligt war auch die heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, als französische Wirtschaftsministerin.

Verhör der IWF-Chefin: Lagarde bestreitet Fehler in Tapie-Affäre

Verhör der IWF-Chefin

Lagarde bestreitet Fehler in Tapie-Affäre

Frankreichs Ex-Finanzministerin Lagarde wurde erneut wegen der Tapie-Affäre vernommen. Die heutige IWF-Chefin bestritt Fehler. Beim zehnstündigen Verhör kam es auch zur Gegenüberstellung mit ihrem einstigen Bürochef.

Vor Gericht forderte Tapie nun zwischen 516 und 1,1 Milliarden Euro, was das Berufungsgericht zurückgewiesen hat. Die zwei von Tapie beschuldigten Filialen des Crédit Lyonnais, SDBO und Clinvest „haben nicht die Fehler begangen, die ihnen zu Last gelegt werden“, hieß es in dem Urteil. Tapies Anwalt, Emmanuel Gaillard, klagte, seinem Mandanten sei mit diesem Urteil „schlicht und einfach Recht verweigert“ worden. „Wir prüfen jetzt alle Rechtsmittel, um in dieser Angelegenheit endlich zu einer gerechten Lösung zu kommen“.

Tapie kann den Kassationsgerichtshof anrufen, der etwa dem Bundesgerichtshof in Deutschland entspricht. Nach Einschätzung von Juristen muss dieses Urteil allerdings vollstreckt werden. Das bedeutet, dass Tapie die geforderte Summe ohne Zeitverzug zurückzahlen muss.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×