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24.06.2012

15:51 Uhr

Älteste Bank der Welt

Monte dei Paschi könnte Staatshilfe beantragen

Die älteste aktive Bank der Welt, die italienische Monte dei Paschi, könnte bereits in Kürze Staatshilfe beantragen. Der Vorstand des Bankhauses verhandelt derzeit laut Medienberichten um zusätzliche Staatsanleihen.

Zentrale der Monte dei Paschi in Siena. Reuters

Zentrale der Monte dei Paschi in Siena.

RomItaliens drittgrößtes Bankhaus Monte dei Paschi könnte Medienberichten zufolge als erstes Institut des Landes in der Euro-Schuldenkrise staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das unter Kapitalmangel leidende Bankhaus, die älteste aktive Bank der Welt, soll demnach mit dem Finanzministerium und der Zentralbank in Rom über die Ausgabe von staatlich garantierten Anleihen im Wert von mindestens einer Milliarde Euro verhandeln. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag meldete, soll am Dienstag der Vorstand der 1472 gegründeten Bank zusammentreten.

Hintergrund sind demnach Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht (EBA) an die toskanische Bank mit Sitz in Siena: Bis Ende Juni muss das Institut sein Kapital um rund 3,3 Milliarden Euro aufstocken.

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Vorstandschef Fabrizio Viola habe die Kapitalsituation der Bank mit Sparmaßnahmen verbessert, allerdings fehlten ihm immer noch 1 bis 1,4 Milliarden Euro um die Lücke zu stopfen, berichtete ANSA weiter. Am Samstag verschob die Bank aus „organisatorischen Gründen“ eine geplante Vorstandssitzung von Montag auf Dienstag.

In der Sitzung soll der neue Geschäftsplan abgesegnet werden. Am Mittwoch soll der Plan Analysten präsentiert werden. Es war bereits der zweite Sitzungsaufschub. Ursprünglich sollte die Vorstandssitzung am 15. Juni stattfinden.

Italiens Banken sind in einem stabileren Zustand als im Euro-Krisenland Spanien. Doch im Gegensatz zu anderen Instituten wurde Monte dei Paschi von den Turbulenzen hart getroffen, vor allem weil die Bank auf einer großen Menge an italienischen Staatsanleihen sitzt. Die Bilanz für 2011 weist Verluste von 4,7 Milliarden Euro auf, überwiegend Wertberichtigungen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.06.2012, 17:13 Uhr

Erst Spanien, jetzt Italien.
Die Spanier haben es vorgemacht, wie man an das Geld der Nordländer kommt, ohne selbst etwas tun zu müssen.
Italiens bürger zählen zu den reichsten der Welt und könnten, wenn sie denn angemessene Steuern zahlen würden, das Problem selbst lösen.
Aber das ist nicht ihre Mentalität. Sie wollen sich ihr "Dolce Vita" lieber von anderen finazieren lassen.

"Privat sind viele Italiener wohlhabend"
http://derstandard.at/1319183241224/340000-Euro-pro-Haushalt-Privat-sind-viele-Italiener-wohlhabend

Zitat:
Der Griff in die Taschen der italienischen Bürger werde wohl jene Art der "finanziellen Repression" sein, die die neue italienische Regierung unter Premier Mario Monti am ehesten ausüben dürfte, heißt es in einer aktuellen Analyse der Investmentbank Morgan Stanley. Denn mit einem Nettovermögen von 8,7 Billionen Euro - das entspricht 340.000 Euro pro Haushalt - verfügten die italienischen Haushalte im Schnitt über mehr Mittel als jedes andere Land unter den reichsten sieben Industrieländern. Das Nettovermögen entspreche auch einem vielfachen der Staatsverschuldung.
Zitat Ende:

Rene

24.06.2012, 18:15 Uhr

Insolvenz wäre mal ne Idee...

Bei Schlecker hatten die Italiener mit ihrem Steuergeld auch kein Interesse, ein Unternehmen zu retten.

Account gelöscht!

24.06.2012, 18:29 Uhr

Also Hartz IV für Banken? Bin gespannt ob die auch mit 375 EUR monatlich auskommen.

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