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24.01.2007

12:35 Uhr

AGF-Übernahme

Allianz hat Ärger in Paris

VonHolger Alich

Der Allianz droht Ärger bei der Übernahme der verbliebenen Anteile des französischen Versicherers AGF. Frankreichs bekannteste Aktionärsschützerin, Colette Neuville, will die Börsenaufsicht AMF einschalten. Sie kritisiert das Vorgehen der Allianz bei der Übernahme und die Art und Weise, wie die AGF-Aktionäre informiert werden.

PARIS. Konkret bemängelt die Präsidentin der Aktionärsschutzvereinigung Adam, dass die Allianz die AGF-Aktionäre im unklaren darüber lässt, was nach dem Auslaufen der Übernahme-Offerte mit den AGF-Anteilen passiert. Der von der Allianz vergangene Woche vorgestellte Kalender sieht lediglich vor, dass die Allianz entweder anschließend einen Zwangs-Aufkauf der Minderheitsaktionäre anstrebt (Squeeze Out) oder aber eine Fusion von AGF und Allianz.

Genau dort liegt möglicherweise eine Falle für die AGF-Aktionäre, so Neuville. Denn in der Allianz-Pressemitteilung zum Übernahme-Angebot vom Donnerstag heißt es dazu wörtlich: „Das exakte Umtauschverhältnis in einer potenziellen Verschmelzung könnte für die AGF Aktionäre weniger vorteilhafter sein als die Bedingungen des Erwerbsangebots.“ Im Klartext: Wer als AGF-Aktionär die aktuelle Übernahme-Offerte (87,50 Euro in Bar plus 0,25 Allianz-Aktien je AGF-Papier) ablehnt, läuft Gefahr, dass die Allianz in einem zweiten Schritt AGF auf sich verschmelzen will und dabei den verbliebenen AGF-Aktionären ein schlechteres Angebot unterbreitet. Neuville zum Handelsblatt: „Das ist nicht akzeptabel. Die Offerte der Allianz ist kein Angebot, das ist eine Drohung.“

Ferner kritisiert die Aktionärsschützerin, dass über dieses wichtige Detail die AGF-Aktionäre nur unzureichend informiert worden seien. Denn der Passus über eine mögliche zweite Offerte im Zuge einer Verschmelzung mit verschlechterten Konditionen findet sich nicht in der Pressemitteilung der AGF. Der französische Versicherer wollte dazu auf Anfrage keinen Kommentar abgeben.

Die Allianz hält die Kritik der Aktionärsschützerin für unbegründet: „Bei der Veröffentlichung vom vergangenen Donnerstag handelt es sich um eine Vorankündigung, die nach französischem Wertpapierrecht notwendig war“, hieß es bei der Allianz. „Die Allianz hat die gesamte Transaktion der französischen Börsenaufsicht AMF vorgelegt, inklusive der Pressemitteilungen. Die AMF hat keine Einwände erhoben.“ Weitere Details zur Offerte sollen noch veröffentlicht werden.

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