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01.02.2008

12:54 Uhr

Aktie gibt nach

Axa lässt die Krise kalt

VonHolger Alich

Der französische Versicherungskonzern Axa hat im vergangenen Jahr vor allem dank der Übernahme der DBV-Winterthur den Umsatz um rund ein Fünftel gesteigert. Die Börse straft die Aktie dennoch ab. Axa-Chef Henri de Castries zeigte sich am Mittwoch indes optimistisch, was die weiteren Absatzperspektiven angeht.

PARIS. Der Gesamtumsatz sei um 20,1 Prozent auf 93,63 Mrd. Euro geklettert, teilte der zweitgrößte europäische Versicherer am Donnerstag Paris mit. Auf vergleichbarer Basis habe das Umsatzplus 5,4 Prozent betragen. Die Zahlen "liegen im Großen und Ganzen im Rahmen der Erwartungen", kommentierten die Analysten von Merrill Lynch. Die Experten meinten, dass das Zahlenwerk keinen nennenswerten Einfluss auf den Axa-Kurs haben sollte.

An der Börse gab die Axa-Aktie aber um fast sechs Prozent nach. Analysten erklärten dies mit dem allgemeinen Abwärtstrend von Finanztiteln im Zuge der Krise der Anleihe-Versicherer. Ein Axa-Sprecher erklärte, dass der französische Konzern durch die Krise der Anleihe-Versicherer "nicht signifikant" betroffen sei. Axa legt seine Gewinnzahlen am 28. Februar vor.

Besonders stark konnte der französische Konzern die Prämieneinnahmen im Sachversicherungsgeschäft ausbauen. Hier legten die Einnahmen um rund 28 Prozent auf 25 Mrd. Euro zu (vier Prozent auf vergleichbarer Basis). In der größten Sparte des Konzerns, dem Lebensversicherungsbereich, stieg der Umsatz um 19,8 Prozent auf 59,85 Mrd. Euro (5,2 Prozent).

Axa-Chef Henri de Castries sagte, die Zahlen beruhten auf starkem organischen Wachstum ebenso wie auf den positiven Beiträgen von Winterthur. Von der aktuellen Finanzmarktkrise seien die Versicherer nur im Bereich des Vermögensmanagements betroffen. "Anders als bei den Banken stellt sich uns nicht die Frage nach dem Überleben", fügte er hinzu. In der Vermögensverwaltung legte der Umsatz um knapp elf Prozent zu, der Neumittelzufluss sank von 73 Mrd. auf 28 Mrd. Euro.

In der größten Sparte, dem Lebensversicherungsgeschäft, zeigen sich Verkaufserfolge des fondsbasierten Produkts "Accumulator". Diese fondsbasierte Lebensversicherung mit Mindestgarantien hat Axa zunächst in den USA eingeführt, und bietet sie nun Zug um Zug in anderen Ländern an. In Deutschland wird das Produkt unter dem Namen "Twin Star" verkauft. Der Absatz dieser Produkt-Familie sei um 46 Prozent gestiegen, loben die Analysten von Cheuvreaux. "Der Einfluss auf die Gewinnmarge dürfte sehr stark sein", meinen sie. Fondspolicen sind in der Regeln gewinnträchtiger für die Versicherer als klassische Produkte mit Garantiezinsen.

In Deutschland verzeichnete Axa im Leben-Geschäft auf vergleichbarer Basis (IFRS) einen Rückgang um 0,8 Prozent, inklusive Winterthur ergibt sich ein Plus von fast 70 Prozent. Für den Rückgang macht Axa Absatzflaute bei Riester-Policen verantwortlich. Im Sachgeschäft verzeichnete der Versicherer in Deutschland ein Plus von 1,7 Prozent, inklusive Winterthur ergibt sich ein Plus von 27,7 Prozent.

Vor Journalisten hatte sich Axa-Chef de Castries am Mittwoch optimistisch über die weiteren Absatzperspektiven geäußert: Wegen der schwankenden Aktienmärkte seien Fondspolicen mit Garantien das richtige Angebot.

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