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05.08.2011

09:33 Uhr

Aktie stürzt um 20 Prozent ab

Royal Bank of Scotland schockt mit Milliardenverlust

Große Tradition schützt nicht vor Missmanagement: Die Royal Bank of Scotland hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust hingelegt - und der fiel auch noch deutlich höher aus als erwartet. Der Aktienkurs stürzt ab.

Proteste auf die britische Art: Bei der RBS müssen Stellen gestrichen werden. Quelle: Reuters

Proteste auf die britische Art: Bei der RBS müssen Stellen gestrichen werden.

LondonDie teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) kommt nicht aus der Krise heraus. Im ersten Halbjahr schrieb das Institut einen Verlust von 1,4 Milliarden Pfund. Das ist viel schlechter als von Analysten erwartet. Belastet wurde das Ergebnis von hohen Abschreibungen auf griechische und irische Staatsanleihen und Rückstellungen für Schadensersatzansprüche von Kunden, die die Bank mit Kreditausfallversicherungen falsch beraten hatte. Im ersten Halbjahr 2010 hatte das Institut einen Mini-Gewinn von neun Millionen Pfund erzielt.

Der Aktienkurs reagierte - und wie: Die Papiere fielen zum Handelsstart um gut 20 Prozent, erholte sich danach aber wieder und tendierte bei Minus 14 Prozent.

Im zweiten Quartal verbuchte das Institut vor Steuern einen Verlust von 678 Millionen Pfund (780 Millionen Euro). Unter dem Strich lag das Minus sogar bei 897 Millionen Pfund. Die Abschreibungen für faule Kredite stiegen auf knapp 2,3 von zwei Milliarden Pfund im ersten Quartal. Vor einem Jahr mussten allerdings 2,5 Milliarden Pfund abgeschrieben werden.

Die RBS stellte 733 Millionen Pfund für Wertminderungen bei griechischen Staatsanleihen zurück. Die Bilanz wurde zusätzlich durch 850 Millionen Pfund an Provisionszahlungen belastet, die für die Kompensation falsch beratener
Kunden benötigt wird.

Gestern gab es Presseberichte, nach denen die RBS massiv Stellen abbauen will - ähnlich wie es die heimischen Rivalen HSBC und Barclays bereits angekündigt hatten. Bei der RBS würden etwa 2000 Arbeitsplätze im Investment-Banking gestrichen, schrieb die „Financial Times“.

Die Zeitung zitierte den Leiter des globalen Bank- und Kapitalmarktgeschäfts, John Hourican, mit den Worten, dass eine kleinere und konzentriertere Einheit stabilere Gewinne abwerfe.

Ein RBS-Sprecher sagte dazu, Bankchef Stephen Hester habe bereits deutlich gemacht, dass weitere Stellenstreichungen anstünden, auch im Investmentbanking. Der Großteil davon sei aber bereits erfolgt. Ob der Abbau einer konkreten Zahl weiterer Jobs geplant sei, wollte der Sprecher nicht sagen.

Die RBS hat im Zuge der Finanzkrise bereits 27.500 Arbeitsplätze abgebaut. Auch im Investment-Banking, dass radikal verschlankt wurde, fielen Tausende Stellen weg. Auch zahlreiche anderen Großbanken bauen wegen der angespannten Lage am Kapitalmarkt und der schärferen Regulierung ihr Geschäft um und bauen Personal ab.

Europas größte Bank HSBC kündigte am Montag an, 30.000 Jobs und damit jede zehnte Stelle zu streichen. Konkurrent Barclays will in diesem Jahr weitere rund 3000 Stellen kappen. Auch die Schweizer Institute Credit Suisse und UBS sowie die US-Bank Goldman Sachs kürzen bei der Belegschaft.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

05.08.2011, 08:46 Uhr

Sind das nicht die, die Tagesgeld zu 2,5 % anbieten, obwohl der EZB-Zins nur bei 1,5 % liegt?
Wenn die an allen Ecken so wirtschaften wie da, dann ist der Verlust nicht verwunderlich.

Kenner

05.08.2011, 09:11 Uhr

und wer keine Ahnung soll einfach nicht dumm herreden.das ist die Bank of Scotland!!! nicht RBS

sabine

05.08.2011, 09:43 Uhr

genau, RSB, Royal Bank of Scotland

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