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13.02.2018

11:20 Uhr

Aktiengeschäft

Warum die Deutsche Bank verstärkt Berufsanfänger rekrutiert

Die Deutsche Bank will wieder nach vorn kommen – auch im Aktiengeschäft. Doch der Personalbedarf ist hoch.

Die Performance der Deutschen Bank im Aktienbereich in den zwei Jahren bis 2017 ist laut Bloomberg-Berechnungen die schlechteste unter den großen globalen Investmentbanken, die bisher die Ergebnisse für das Gesamtjahr vorgelegt haben. AFP

Deutsche Bank

Die Performance der Deutschen Bank im Aktienbereich in den zwei Jahren bis 2017 ist laut Bloomberg-Berechnungen die schlechteste unter den großen globalen Investmentbanken, die bisher die Ergebnisse für das Gesamtjahr vorgelegt haben.

FrankfurtUm das am schlimmsten gebeutelte Aktiengeschäft der Wall Street wieder auf Vordermann zu bringen, will Peter Selman Universitäten anzapfen statt Konkurrenten. Die Deutsche Bank hatte den Ex-Partner der Goldman Sachs Group eigens dafür aus dem Ruhestand geholt. „Wir haben sicherlich Lücken zu füllen, und wir stellen ein“, sagte Selman, der im November zur Deutschen Bank kam, in einem Telefoninterview mit Bloomberg. „Aber wir werden uns sehr auf die Rekrutierung von Hochschulabsolventen konzentrieren. Ich denke nicht, dass der Weg nach vorn einer ist, bei dem wir viele sehr hochpreisige, teure laterale Einstellungen vornehmen.“

Der 45-Jährige wird alle Hilfe brauchen, die er kriegen kann: Er soll eine Aktien-Sparte wiederbeleben, in der die Erträge seit zehn Quartalen in Folge fallen und die nun 39 Prozent kleiner ist als vor zwei Jahren. Der Bereich hat mit Managementänderungen, einem Mangel an Volatilität an den Märkten und Befürchtungen über die Stabilität der Deutschen Bank zu kämpfen, was einige Kunden veranlasste, 2016 der Bank den Rücken zu kehren. Neue europäische Regeln, die Banken dazu zwingen, Research getrennt von Broker-Dienstleistungen in Rechnung zu stellen, helfen auch nicht gerade.

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Die Sorge um das Ausmaß der Herausforderung, die auch die gesamte Investmentbank umfasst und noch durch eine erneute Überprüfung der Kosten der Deutschen Bank belastet wird, spiegelt sich in der Kursentwicklung wider, die im vergangenen Jahr die schlechteste unter den europäischen Banken war. Dennoch ist Selman optimistisch, dass dieses Jahr den Wendepunkt markieren wird.

„Ich konzentriere mich darauf, den Ertrag zu steigern und die Ausgaben vorsichtig zu verwalten, um die Profitabilität zu verbessern“, sagt Selman. „Ich denke, 2018 wird viel besser sein als 2017.“

Selman ist für einen Bereich verantwortlich, der mit Aktien und Aktienderivaten handelt und ein Prime-Brokerage-Geschäft einschließt, das Dienstleistungen für Hedgefonds-Kunden erbringt. Die Erträge aus dem Aktienhandel beliefen sich 2017 auf 2,1 Milliarden Euro, rund acht Prozent der Gesamterträge der Deutschen Bank.

Neben der Einstellung von Universitätsabsolventen will Selman auch in die Technologie der Deutschen Bank investieren, was dazu beitragen soll, das, was verloren gegangen ist, wiederzuerlangen. Der Kreditgeber benötige eine „klassenbeste elektronische Plattform“, die ein langfristiger Investitionsschwerpunkt sein wird, sagt er. Sie verfüge bereits über gute Produkte für Derivate-Kunden, so Selman.

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Kommentare (4)

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Herr Lothar Bitschnau

13.02.2018, 12:43 Uhr

Was zählt denn mehr,
der gute Wille oder das gute Ergebnis ?
Ich glaube, nach jahrelangem relativ erfolgsarmen Anlauf des guten Willens
.. sollte das Ergebnis gewertet werden.

Frau Edelgard Kah

13.02.2018, 17:14 Uhr

Gute Idee, das mit den Berufsanfängern. Da werden die Konkurrenten echte Angst kriegen. Ein großer Teil von ihnen wird wahrscheinlich von vornherein die eigene Bude schließen. Gegen Berufsanfänger ist eben kein Kraut gewachsen. Aber müssen es gleich teure Akademiker sein? Hilfsschüler wären doch viel billiger.

Herr Andre Peter

13.02.2018, 19:13 Uhr

"Neben der Einstellung von Universitätsabsolventen will Selman auch in die Technologie der Deutschen Bank investieren, was dazu beitragen soll, das, was verloren gegangen ist, wiederzuerlangen."
Universitätsabsolventen ist wohl der richtige Weg, wenn man in KONTINENTAL EUROPA

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