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11.01.2007

15:49 Uhr

Aktienkurs enttäuscht die Anleger

Investoren erhöhen Druck auf HSBC

VonMichael Maisch

Stephen Green hat Probleme. Der Chairman der britischen Großbank HSBC bekommt den Unwillen seiner Aktionäre zu spüren, denn einige Investoren sind alles andere als zufrieden mit der Wertentwicklung und stellen die Führung des erfolgsverwöhnten Geldhauses in Frage.

LONDON. Über viele Jahre hinweg schien HSBC fast alles zu gelingen. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 200 Mrd. Dollar entwickelten sich die Briten zum drittteuersten Geldhaus der Welt. HSBC ist weltweit in 77 Ländern präsent – in Deutschland als HSBC Trinkaus. Die Bank erzielt jeweils etwa ein Drittel der Einnahmen in Europa, Asien und Amerika. Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn vor Steuern um 18 Prozent auf die Rekordsumme von 12,5 Mrd. Dollar.

Doch zuletzt hat die glanzvolle Bilanz Kratzer bekommen. In den vergangenen zwölf Monaten fiel der HSBC-Kurs um 4,6 Prozent. So schlecht schnitt kein anderes britisches Kreditinstitut ab. Der Bankensektor gewann an der Londoner Börse im gleichen Zeitraum 11,5 Prozent an Wert. „Das ist ein klares Misstrauensvotum des Marktes gegen HSBC“, meint ein Londoner Banker.

HSBC kämpft vor allem mit zwei Problemen: der Übernahme der US-Hypothekenbank Household International und dem teuren Ausbau des Investment-Bankings. Von Beginn an stieß die Household-Übernahme bei Analysten auf Skepsis. Die US-Bank vergibt ihre Darlehen vor allem an weniger kreditwürdige Kunden. Auf Grund der deutlichen Abkühlung des US-Immobilienmarktes stieg die Zahl der faulen Kredite im dritten Quartal deutlich an.

Nach Einschätzung von Ian Smillie, Analyst von ABN Amro, wird es noch schlimmer kommen. Smillie fürchtet, dass die Kreditausfälle in den USA die HSBC-Bilanz in diesem Jahr mit 8,7 Mrd. Dollar nach 5,7 Mrd. Dollar 2006 belasten werden. Vor allem wegen dieser Bedenken sprach ABN Amro in der vergangenen Woche eine Verkaufsempfehlung für HSBC aus.

Das HSBC-Management hat die Übernahme stets verteidigt. Mit knapp 15 Mrd. Dollar sei der Kaufpreis ausgesprochen günstig ausgefallen. Außerdem eröffne die Akquisition neue Märkte.

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