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09.07.2015

12:01 Uhr

Aktienmarkt China

Chinas Aktionismus zwingt Deutsche Bank zur Geduld

Hauptaktionäre börsennotierter Konzerne in China dürfen ihre Anteile erst nach sechs Monaten verkaufen. Das verfügte am Mittwoch die Wertpapieraufsicht. Das könnte Auswirkungen auf Deutschlands größte Bank haben.

Mit besonderem Interesse dürfte auch Deutsche-Bank-Chef John Cryan die Entwicklung an den chinesischen Aktienmärkten verfolgen. AFP

Chinas Börsen bereiten Sorgen

Mit besonderem Interesse dürfte auch Deutsche-Bank-Chef John Cryan die Entwicklung an den chinesischen Aktienmärkten verfolgen.

Chinas Wertpapieraufsicht China Securities Regulatory Commission untersagte den Hauptaktionären börsennotierter Unternehmen den Verkauf ihrer Aktien für die Dauer von sechs Monaten. Das bedeutet, dass der neue Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, John Cryan, Geduld haben muss, wenn er den 20-Prozent-Anteil der Bank an Huaxia Ban in Peking verkaufen möchte. Dazu hatten einige Analysten geraten.

Huaxia verfügt über eine Marktkapitalisierung von etwa 135 Milliarden Yuan (knapp 20 Milliarden Euro). Damit beläuft sich der Wert des Deutsche-Bank-Anteils auf 27 Milliarden Yuan. Investoren mit Anteilen von mehr als fünf Prozent müssen ihre Positionen halten, hatte die Wertpapieraufsicht am Mittwoch verfügt.

„Das ist ein negativer Faktor, mit dem sich die Deutsche Bank jetzt wahrscheinlich nicht befassen will“, sagte Analyst Michael Seufert von Norddeutsche Landesbank, der die Aktie mit „halten“ einstuft, in einem Telefonat am Mittwoch aus Hannover. „Sie könnten das Kapital aus dem Verkauf nutzen. Nicht in der Lage zu sein, den Anteil zu verkaufen, kann ihnen etwas Kopfzerbrechen bereiten, selbst wenn das nicht die breitere Strategie gefährdet.“

Cryan arbeitet an einem Plan, das Geschäftsmodell der Deutschen Bank zu vereinfachen, die Profitabilität zu steigern und die Kapitalisierung zu verbessern, seit er in diesem Monat den Posten des Co-Chefs von Anshu Jain übernommen hat. Nach Einschätzung des Analysten Piers Brown von Macquarie Group in London würde der Verkauf der Huaxia-Beteiligung Cryan helfen, die Finanzlage der deutschen Bank zu verbessern.

Cryan will seine Strategie für die Bank Ende Oktober vorstellen. Im April hatte Jain seinen Plan präsentiert, die Erträge durch den Ausstieg aus einigen Märkten zu steigern, die Investmentbank abzuspecken und die Deutsche Postbank zu verkaufen. Sein Ansatz überzeugte einige Investoren nicht, und er trat im Juni gemeinsam mit Co-Chef Jürgen Fitschen zurück. Fitschen verlässt die Deutsche Bank im kommenden Jahr.

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