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17.09.2013

09:30 Uhr

Aktienpaket abgestoßen

Britische Regierung trennt sich Lloyds-Anteilen

Einen milliardenschweren Lloyds-Anteil hat die britische Regierung verkauft. Das Paket entspricht sechs Prozent der Anteile. Dem Staat gehört dennoch noch knapp ein Drittel der Bank.

Eine Filiale der Lloyds-TSB Bank in London: Die Regierung hatte Lloyds 2008 in der Finanzkrise aufgefangen und insgesamt umgerechnet knapp 25 Milliarden Euro an Steuermitteln in das Geldhaus gepumpt. dpa

Eine Filiale der Lloyds-TSB Bank in London: Die Regierung hatte Lloyds 2008 in der Finanzkrise aufgefangen und insgesamt umgerechnet knapp 25 Milliarden Euro an Steuermitteln in das Geldhaus gepumpt.

LondonDie britische Regierung hat ein Paket mit Aktien der Großbank Lloyds Banking Group für 3,21 Milliarden Pfund (3,83 Milliarden Euro) abgestoßen. Das Paket entspricht sechs Prozent der Lloyds-Anteile, teilte die staatliche Agentur UKFI am Dienstag vor Börsenstart mit. Der Staat hält damit noch 32,7 Prozent an der Bank, die er in der Finanzkrise im Jahr 2008 mit mehr als 20 Milliarden Pfund vor dem Zusammenbruch retten musste.

Das Aktienpaket wurde zum Anteilspreis von 75 Pence verkauft. Die Regierung hatte im Jahr 2008 im Schnitt 73,8 Pence für die Lloyds-Aktien bezahlt und somit brutto ein Plus von rund 60 Millionen Pfund gemacht. Allerdings war der Staat auch an den laufenden Verlusten der Bank beteiligt. Vor einem weiteren Anteilsverkauf will UKFI, die auch die Beteiligung an der ebenfalls mit öffentlichen Geldern gestützten Royal Bank of Scotland (RBS) verwaltet, mindestens 90 Tage warten.

Die Regierung hatte Lloyds 2008 in der Finanzkrise aufgefangen und insgesamt umgerechnet knapp 25 Milliarden Euro an Steuermitteln in das Geldhaus gepumpt. Für Lloyds und RBS zusammen beliefen sich die Rettungsgelder sogar auf 79 Milliarden Euro.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Aus Regierungssicht ist die Trennung von den Bankenanteilen ein entscheidender Schritt, damit sich das Land von der Krise erholen kann. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, dabei sollten der größte Wert für die Steuerzahler erzielt sowie die Wirtschaft unterstützt werden.

Lloyds-Chef Antonio Horta-Osorio hat das Institut seit seinem Amtsantritt im Jahr 2011 zurück in die Spur gebracht. Es schreibt wieder Gewinne und kommt bei der Senkung der Kosten und der Stärkung der Kapitaldecke schneller voran als geplant. Investoren hoffen darauf, dass Lloyds ab kommendem Jahr wieder Dividenden zahlt.

Anders als RBS und Lloyds konnte der heimische Rivale Barclays einen Einstieg des Staates vermeiden. Er sicherte sich in der Krise die Unterstützung des Golfstaates Katar, der umgerechnet 6,3 Milliarden Euro investierte und zum größten Barclays-Aktionär aufstieg.

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