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07.01.2013

15:12 Uhr

Aktienrückkauf

Citigroup plant Aktienrückkäufe

Die amerikanische Großbank Citigroup denkt erstmals seit 2007 wieder über Aktienrückkäufe nach. Die Fed könnte dem Institut allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Citigroup denkt einem Zeitungsbericht zu Folge wieder über Aktienrückkäufe nach. Viele Aktionäre dürften sich erfreut zeigen. Reuters

Die Citigroup denkt einem Zeitungsbericht zu Folge wieder über Aktienrückkäufe nach. Viele Aktionäre dürften sich erfreut zeigen.

New YorkDie in der Finanzkrise ins Schlingern geratene Citigroup denkt nach einem Pressebericht wieder über Aktienrückkäufe nach. Die amerikanische Großbank könnte die US-Notenbank Fed bereits im Januar um eine Genehmigung bitten, schrieb das „Wall Street Journal Europe“ (Montagausgabe) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Es sei zwar kein Rückkauf im großen Stil geplant. Doch wäre es ein weiteres Zeichen für die Rückkehr der Citigroup zur Normalität.

Sollte die Fed den Rückkauf erlauben, könnte die Bank zum ersten Mal seit 2007 wieder eigene Papiere erwerben. In den vergangenen Jahren war ein Rückkauf eigener Anteile wegen der dünnen Kapitaldecke nicht möglich. Die Citigroup hatte vom Staat in der Finanzkrise gerettet werden müssen. Die US-Banken müssen sich wegen der Krise seit dem Jahr 2009 Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen von der Fed genehmigen lassen.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 gehörten Aktienrückkäufe und stetig steigende Dividenden zur Tagesordnung bei den Banken, um die Investoren bei Laune zu halten. In der Finanzkrise wurden die Aktienrückkäufe gestoppt und die direkte Ausschüttung an die Anteilseigner eingedampft, um das Geld im Haus zu halten.

Die 19 größten US-Banken mussten der US-Notenbank bis zum Montag ihre aktuellen Angaben zur Kapitalausstattung vorlegen und haben dabei auch die Möglichkeit, einen Aktienrückkauf oder eine Dividendenzahlung zu beantragen. Beim Stresstest der Fed im vergangenen Jahr hatte die Citigoup gepatzt, weil sie ihr Kapital zu stark anzapfen wollte.



Von

dpa

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