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15.04.2013

20:28 Uhr

Aktionäre fordern Ämtertrennung

Jamie Dimon soll sich auf einen Job konzentrieren

Jamie Dimon ist sowohl Vorstandschef als auch Vorsitzender des Verwaltungsrats bei der US-Bank JP Morgan. Eine Aktionärsgruppe fordert nun eine Ämtertrennung, um die Bank effizienter zu führen.

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, soll sich künftig auf einen Job konzentrieren. Reuters

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, soll sich künftig auf einen Job konzentrieren.

New YorkEine Aktionärsgruppe der US-Bank JP Morgan Chase will nicht mehr länger hinnehmen, dass Jamie Dimon Vorstandschef und zugleich auch Vorsitzender des Verwaltungsrates ist. Künftig solle nicht mehr eine Person beide Ämter besetzen, hieß es am Montag in einem Antrag der Gruppe, der verschiedene Vermögensverwalter angehören. Durch eine Trennung könne die Bank effizienter geführt und das Vertrauen zu den Regulierungsbehörden wieder hergestellt werden. Der JP Morgan-Verwaltungsrat empfahl den Aktionären, den Vorschlag abzulehnen und erklärte, die Bank weise unter der aktuellen Führungsstruktur starke Ergebnisse aus.

Der Verwaltungsrat bei US-Konzernen hat ähnliche Aufgaben wie in Deutschland der Aufsichtsrat. Durch eine Trennung, so die Aktionärsgruppe, könne der strukturelle Konflikt beendet werden, den es derzeit gebe, weil der Vorstandschef sein eigener Vorgesetzter sei. Eine Neuaufteilung würde klären, wo die Macht des Vorstandschefs ende und die des Verwaltungsrats beginne.

Soviel Bonus Zahlen die größten US-Banken

Goldman Sachs

Die Banker von Goldman Sachs erhielten im Gesamtjahr 2012 pro Kopf 399.506 Dollar. Der Bonustopf wuchs im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar. Die Bank zählt 32.400 Angestellte.

Quelle: Bloomberg

JP Morgan

Die Großbank verteilte 11,3 Milliarden Dollar an 52.151 Mitarbeiter. Dafür ergibt sich für das Jahr 2012 Monate ein Bonus von 216.928 Dollar pro Kopf. Der Bonustopf ist um drei Prozent kleiner als im Vorjahr. JP Morgan betreibt neben dem Investment-Banking aber auch andere Bankgeschäfte.

Morgan Stanley

Die Investmentbank Morgan Stanley hat für das Jahr 2012 für die Bezahlung der Investmentbanker 6,65 Milliarden Dollar aufgewendet. Das sind 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Wie viele Mitarbeiter im Investment-Banking tätig sind, teilt die Bank nicht mit. Der Gehaltsaufwand der gesamten Bank belief sich 2012 insgesamt auf 15,6 Milliarden Dollar, das sind 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei insgesamt 55.358 – zehn Prozent weniger als Ende 2011.

Vergangene Woche hatte JP Morgan einen Rekordgewinn für das erste Quartal vermeldet. Im Vorjahr hatte es milliardenschwere Fehlspekulationen gegeben. Damals hatte ein Londoner Händler mit dem Spitznamen "der Wal" mit hochriskanten Wetten Milliarden in den Sand setzte. Das schadete dem Ruf der Bank.

Das US-Justizministerium, die US-Börsenaufsicht und die britische Finanzaufsicht ermittelten. Dimon selbst hatte eingeräumt, Fehleinschätzungen und gravierende Management-Fehler hätten den Spekulationsverlust mit verursacht.

Von

rtr

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