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23.12.2014

19:21 Uhr

Aktionäre stimmen für ÖVAG-Abwicklung

Das Ende für Österreichs Krisenbank

Nach einer außerordentlichen Hauptversammlung ist die bereits feststehende Abwicklung der teilstaatlichen Krisenbank ÖVAG auch formal beschlossen. Die Volksbank wird nun zu einer „Bad Bank“ umgebaut.

Die Abwicklung der österreichischen Volksbank ÖVAG ist beschlossene Sache. dpa

Die Abwicklung der österreichischen Volksbank ÖVAG ist beschlossene Sache.

WienDie teilstaatliche österreichische Krisenbank ÖVAG hat ihre Abwicklung nun auch formal beschlossen. Das Spitzeninstitut des Volksbanken-Sektors werde zu einer Abbaubank (Bad Bank) umgebaut, teilte das Geldhaus nach einer außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag mit.

Vor der Abwicklung müsse die ÖVAG noch rund eine halbe Milliarde Euro abschreiben. Nach Steuern werde die Bank für 2014 daher voraussichtlich einen Verlust von 750 Millionen Euro ausweisen, teilte die ÖVAG weiter mit.

Die lebensfähigen Teile und zentrale Lenkungsaufgaben für den Volksbanken-Sektor sollen im ersten Halbjahr 2015 auf die Volksbank Wien übertragen werden. Der Rest wird abgewickelt - die ÖVAG wird in ihrer derzeitigen Form vom Markt verschwinden. Vor der Umwandlung müssen neben der EZB auch noch die Europäische Kommission für Wettbewerb sowie die nationalen Aufsichtsbehörden zustimmen.

Mit der Abwicklung zieht die ÖVAG die Konsequenzen aus ihrer chronischen Kapitalknappheit. Die Bank hatte sich mit ihrer Expansion nach Osteuropa verhoben und musste mehrmals vom Staat aufgefangen werden. Den jüngsten Stresstest der europäischen Aufseher hatte das Institut nicht bestanden.

Noch vor Veröffentlichung der Ergebnisse kündigte die Bank ihre Abwicklung an. Die Eigentümer - die regionalen Volksbanken und der Staat - wollten die zuletzt festgestellte Kapitallücke von 865 Millionen Euro nicht mehr stopfen.

Damit die ÖVAG den regionalen Volksbanken nicht länger auf der Tasche liegt, soll sie auch aus dem gemeinsamen Haftungsverbund ausscheiden. Ihre Schulden - die ÖVAG hatte mehrere Anleihen begeben - bleiben bei der Abbaubank.

Diese Banken sind beim Stresstest durchgefallen

Monte dei Paschi di Siena (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 10,2 Prozent. Kapitalbedarf: 2,11 Milliarden Euro.

Eurobank (Griechenland)

Harte Kernkapitalquote heute: 10,6 Prozent. Kapitalbedarf: 1,76 Milliarden Euro.

National Bank of Greece (Griechenland)

Harte Kernkapitalquote heute: 10,7 Prozent. Kapitalbedarf: 0,93 Milliarden Euro.

Banca Carige (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 5,2 Prozent. Kapitalbedarf: 0,81 Milliarden Euro.

Cooperative Central Bank (Zypern)

Harte Kernkapitalquote heute: -3,7 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Banco Comercial Portugues (Portugal)

Harte Kernkapitalquote heute: 12,2 Prozent. Kapitalbedarf: 1,15 Milliarden Euro.

Bank of Cyprus (Zypern)

Harte Kernkapitalquote heute: 10,4 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Österreichischer Volksbanken-Verbund (Österreich)

Harte Kernkapitalquote heute: 11,5 Prozent. Kapitalbedarf: 0,86 Milliarden Euro.

permanent tsb (Irland)

Harte Kernkapitalquote heute: 13,1 Prozent. Kapitalbedarf: 0,85 Milliarden Euro.

Veneto Banca (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 7,3 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Banco Popolare (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 10,1 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Banco Popolare di Milano (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 7,3 Prozent. Kapitalbedarf: 0,17 Milliarden Euro.

Banco Popolare di Vicenza (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 9,4 Prozent. Kapitalbedarf: 0,22 Milliarden Euro.

Piraeus Bank (Griechenland)

Harte Kernkapitalquote heute: 13,7 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Credito Valtellinese (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 8,8 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Dexia (Belgien)

Harte Kernkapitalquote heute: 16,4 Prozent. Kapitalbedarf: 0,34 Milliarden Euro.

Banca Popolare die Sondrio (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 8,2 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Hellenic Bank (Zypern)

Harte Kernkapitalquote heute: 7,6 Prozent. Kapitalbedarf: 0,18 Milliarden Euro.

Münchener Hypothekenbank (Deutschland)

Harte Kernkapitalquote heute: 6,9 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

AXA Bank Europe (Belgien)

Harte Kernkapitalquote heute: 15,2 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Caisse de Refinancement de l'Habitat (Frankreich)

Harte Kernkapitalquote heute: 5,7 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Banca Popolare dell'Emilia Romagna (Italien)

Harte Kernkapitalquote heute: 9,2 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Nova Ljubljanska banka (Slowenien)

Harte Kernkapitalquote heute: 16,1 Prozent. Kapitalbedarf: 0,03 Milliarden Euro.

Liberbank (Spanien)

Harte Kernkapitalquote heute: 8,7 Prozent. Kapitalbedarf: 0,00 Milliarden Euro.

Nova Kreditma Banka Maribor (Slowenien)

Harte Kernkapitalquote heute: 19,6 Prozent. Kapitalbedarf: 0,03 Milliarden Euro.

Bislang hatte das Institut - inklusive Garantien - bereits 1,35 Milliarden Euro an Steuergeldern erhalten. Die ÖVAG gehört mehrheitlich den 44 regionalen Volksbanken. Gut 43 Prozent hält der Staat, weitere knapp vier Prozent sind im Besitz der deutschen DZ Bank.

Die EZB verlangt vom Volksbanken-Verbund ab dem 26. Juli 2015 eine Kapitalquote (CET1) von 14,63 Prozent. Ende September lag die Quote lediglich bei 11,5 Prozent. Die ÖVAG erklärte, der Entscheidungsentwurf der EZB basiere auf einer Analyse von Daten zum 31. Dezember 2013.

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