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15.01.2007

08:49 Uhr

Allianz-Deutschland-Chef Rupprecht

„Wir stehen unter scharfer Beobachtung“

VonDas Gespräch führten Christoph Hardt, Rita Lansch

Gerhard Rupprecht, der Deutschland-Chef der Allianz, verteidigt im Interview mit dem Handelsblatt den geplanten Stellenabbau, sieht große Chancen in einer unterentwickelten Dienstleistungsgesellschaft und warnt vor den fatalen Folgen der Gesundheitsreform.

Gerhard Rupprecht ist der oberste Allianz-Mann in Deutschland. Foto: dpa

Gerhard Rupprecht ist der oberste Allianz-Mann in Deutschland. Foto: dpa

Herr Rupprecht, es gab Wochen, da waren Sie und Ihr Konzernchef Michael Diekmann die Buhmänner der Nation – Stichwort Massenentlassungen und Milliardengewinne. Wie konnte Ihnen das passieren?

Es war für die Allianz sicher eine schwierige Situation, einerseits zu erklären, dass wir das Geschäft in Deutschland kundenorientierter und effizienter verbunden mit Personalabbau organisieren müssen und dies andererseits in Verbindung gebracht wurde mit den Gewinnen, die der Konzern erwirtschaftet hat.

Hätten Sie den Prozess, wenn er denn unumgänglich ist, angesichts der rapiden Veränderung in der Branche nicht früher in Gang setzen müssen?

Wir hätten es gar nicht eher machen können. 1990 haben wir die staatliche Versicherung der DDR privatisiert, danach die Vereinte integriert und 2001 die Dresdner Bank übernommen. In der Zeit des Zusammenbruchs der Kapitalmärkte hätten wir das Unternehmen damals zusätzlich belastet. Wir haben also zunächst die Ergebnisse in Ordnung gebracht. Heute können wir aus einer Position der Stärke heraus die eigentliche Neuordnung in Deutschland in Gang setzen. Es ist immer besser, solche Prozesse nicht dann vornehmen zu müssen, wenn man unter Druck handelt oder gar der Bestand des Unternehmens in Frage steht. Insofern sind wir heute in einer vergleichsweise komfortablen Situation, deshalb können wir die Neuordnung auch für unsere Mitarbeiter mit möglichst wenigen Härten gestalten.

Hat man der Allianz zu Recht bescheinigt, ein Kommunikationsdesaster angerichtet zu haben?

Es wäre ganz unglaubwürdig gewesen, den Abbau von 5 700 Vollzeitstellen schönreden zu wollen. Dass dies fast zeitgleich mit den guten Ergebnissen zusammenfiel, mag kommunikativ ungeschickt erscheinen. Aber eine solche Neuordnung können Sie nicht hinter verschlossenen Türen organisieren und auf einen vermeintlich günstigen Zeitpunkt warten. Und vor allem: Wir wollten hier nicht taktieren.

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