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04.01.2011

06:00 Uhr

Allianz-Vorstand Manuel Bauer

„Es herrscht Aufholbedarf in Osteuropa“

VonStefan Menzel

ExklusivDer Versicherer Allianz glaubt, dass die Krise weitgehend ausgestanden ist. Handelsblatt-Redakteur Stefan Menzel sprach mit Manuel Bauer, dem Konzernvorstand für „Neue Märkte“, über die Entwicklungen in Südosteuropa und die Aussichten für 2011.

Manuel Bauer Pressefoto Allianz

Manuel Bauer

Handelsblatt: Seit zwei Jahre herrscht in Osteuropa Krise. Sind Sie der vielen Negativmeldungen nicht langsam überdrüssig?

Manuel Bauer: Wir sind wieder auf dem Weg zurück zur Normalität. Im nächsten Jahr sollten wir volkswirtschaftlich gesehen in allen Ländern der Region die Wende geschafft haben. Auch wenn es nicht mehr so steil aufwärts gehen wird wie vor der Krise, bleibt der Wachstumspfad der Region ungebrochen. Das ist eine beeindruckende Bilanz und spiegelt auch die großen Anstrengungen in der Region.

In Ordnung, die Allianz mag sich ordentlich angestrengt haben. Aber ist das genug? Wo wollen Sie jetzt hin?

Wir wollen überall leicht über dem Bruttoinlandsprodukt wachsen und natürlich auch ein wenig schneller als die Konkurrenz zulegen. Beispielhaft sei das neue Jahr genannt: Wir gehen davon aus, dass die Volkswirtschaften in der Region im Jahr 2011 durchschnittlich um 3,7 Prozent wachsen werden. Wir wollen entsprechend etwas mehr zulegen.

Es fällt schwer, Ihre Zuversicht zu teilen. In Südosteuropa ist es 2010 noch weiter bergab gegangen, vor allem in Kroatien und Rumänien?

Grundsätzlich ist Stabilität ein wichtiger Faktor, besonders für einen so langfristigen Investor wie die Allianz. Solange diese Stabilität gefährdet erscheint, sehen wir uns jede Region mit aller Vorsicht an. Für Südosteuropa sehen wir aber auch gute Entwicklungen und erwarten für 2011 ein positives Wachstum. Man muss nicht zwangsläufig in jedem einzelnen Markt präsent sein. Für die Allianz steht an erster Stelle, dass die Gesellschaften profitabel sind.

Wie kann man denn in Ex-Jugoslawien profitabel sein? Die Nachfolgestaaten dort sind doch viel zu klein.

Die Größe eines Landes ist für den wirtschaftlichen Erfolg nicht entscheidend. Wichtig ist vielmehr die Einbindung in die internationale Arbeitsteilung. Für die Nachfolgestaaten Jugoslawiens bedeutet dies die stärkere Verzahnung mit der Wirtschaft Europas. Dabei kann die Perspektive eines EU-Beitritts hilfreich sein, wie die Beispiele Sloweniens und Kroatiens gezeigt haben. Die Integrationsperspektive ist auch ein wichtiges Argument für die Attraktivität eines Landes als Investitionsstandort.

Das hat Bulgarien und Rumänien auch nicht geholfen. Dort kommt die Griechenland-Krise sogar noch dazu?

?das könnte sein, aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft. Beide Länder haben aber auch ihre eigenen Schwierigkeiten. Griechenland ist deshalb sicher nicht der einzige Grund dafür, dass die Volkswirtschaften in beiden Ländern in diesem Jahr nicht zugelegt haben.

Trotzdem lassen Sie sich nicht abschrecken und bleiben? Derzeit gibt es bestimmt andere Teile der Welt, wo das Versicherungsgeschäft etwas mehr Spaß macht.

Lassen Sie mich das weiter fassen: Die Allianz glaubt an ein vereintes Europa, das haben wir immer betont. Und in Mittel- und Osteuropa gibt es einen unveränderten Aufholbedarf, was natürlich auch die Versicherungen betrifft. Die Menschen wollen beispielsweise Auto fahren und brauchen dafür ihre Versicherung. In der Alterssicherung gibt es ebenso Aufholbedarf. Hier sind einige Staaten schon weiter vorangeschritten, andere weniger. Und dann haben wir noch das Thema Absicherung rund um das Wohnen, also allen voran die Hausratversicherung. Die Krise hat das Wachstum in der Vergangenheit zwar gebremst. Aber es ist keine Frage, dass sich das alles wieder normalisieren wird. Wie bereits gesagt: Die Aussichten für 2011 sind positiv.

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