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17.02.2011

21:36 Uhr

Alternative Handelsplattformen

Bats übernimmt Konkurrenten Chi-X

Die Fusionen unter den Börsenbetreibern gehen auf die alternativen Handelsplattformen über. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" übernimmt die Computerbörse Bats für 360 Millionen Dollar den Konkurrenten Chi-X.

Computerbörsen wie Bats (Better Alternative Trading System) haben den Druck auf traditionelle Marktplätze erhöht. Quelle: dpa

Computerbörsen wie Bats (Better Alternative Trading System) haben den Druck auf traditionelle Marktplätze erhöht.

London/FrankfurtDie Fusion der alternativen Handelsplattformen Bats und Chi-X ist offenbar in trockenen Tüchern. Die Nummer zwei unter den nach der Deregulierung 2007 entstandenen Handelsplätzen, Bats, übernehme für bis zu 360 Millionen Dollar den Konkurrenten, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag auf seiner Internetseite. Zunächst zahle die in den USA ansässige Bats 300 Millionen Dollar, weitere 30 Millionen Dollar würden 2012 und 2013 überwiesen.

Seit Dezember führen die beiden Börsen exklusive Fusionsgespräche. Durch das Zusammengehen wollen sie ihren Marktanteil und ihre Rentabilität erhöhen. In einem Markt, wo sich mit Deutscher Börse und NYSE sowie mit der London Stock Exchange und der kanadischen TMX Group große Konkurrenten zusammenschließen wollen, wird dies immer wichtiger.

In der neuen transatlantischen Superbörse werde der heftig umkämpfte Kassa-Aktienhandel ein stärkeres Gewicht bekommen, urteilen die Analysten von Equinet. Dort graben alternative Plattformen wie Chi-X und Bats Europe den klassischen Börsen das Wasser ab.

Chi-X-Chef Alasdair Haynes zeigte sich vom Schulterschluss von Deutsche Börse und Nyse Euronext wenig beeindruckt. "Ihre Probleme werden dadurch nicht verschwinden - die fusionierte Börse wird Tausende von Mitarbeitern haben, während wir 50 haben, was bedeutet, dass wir unsere Gebühren im Vergleich zu den Börsen auf minimalem Niveau halten können", sagte Haynes in London. Die im Besitz von Investmentbanken und Hedgefonds befindliche Chi-X hat nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters einen Marktanteil am europäischen Aktienhandel von 16,7 Prozent. Zum Vergleich: verglichen mit bei NYSE Euronext hat einen Anteil von 16,4 Prozent, die Deutsche Börse11,6 Prozent.

Uto Baader, Chef der Baader Bank, sieht den Wettbewerb in Europa mit Sorge: "Wichtig für Europa ist, dass es zu dem neuen Börsenriesen auch ein wirkliches Gegengewicht gibt." Das könnten im paneuropäischen Geschäft auch Wettbewerber wie Chi-X oder Bats nicht bilden. "Die sogenannten alternativen Handelsplattformen sind Internalisierungssysteme der großen Investmentbanken", fasste er zusammen.

Von

rtr

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