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26.02.2014

12:13 Uhr

Altlasten der Finanzkrise

Morgan Stanley zahlt Millionen - ohne Schuldgeständnis

In den USA wird die Finanzkrise weiter aufgearbeitet: So muss die US-Investmentbank Morgan Stanley für ihre Verkaufspraktiken 275 Millionen Dollar zahlen. Ein Schuldgeständnis enthält die Vereinbarung jedoch nicht.

Morgan Stanley zahlt 275 Millionen Dollar. Reuters

Morgan Stanley zahlt 275 Millionen Dollar.

New YorkDer US-Investmentbank Morgan Stanley droht erneut eine Millionenstrafe im Zusammenhang mit Altlasten aus der Finanzkrise. Das Geldhaus einigte sich nach Angaben von Dienstag grundsätzlich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf die Zahlung von 275 Millionen Dollar. Das Institut steht in der Kritik, weil sie noch 2007 an der Ausgabe von Wertpapieren beteiligt war, die auf minderwertigen Hypothekenkrediten beruhten und schon bald Verluste schrieben. Die Vereinbarung enthalte kein Schuldeingeständnis und müsse von der SEC noch abschließend gebilligt werden, erklärte die Bank. Auch umstrittene Hypothekengeschäfte der Bank of America sind wieder ins Visier der Behörden geraten.

Morgan Stanley hofft, dass die Vereinbarung dazu beiträgt, die Aufräumarbeiten nach der Krise abzuhaken. Zuletzt waren die Rechtskosten dafür aber wieder gestiegen. 2013 schossen sie auf 1,95 Milliarden Dollar in die Höhe von 513 Millionen Dollar 2012 und 151 Millionen 2011. Das waren fast 17 Prozent aller Betriebsausgaben. Erst kürzlich hatte sie eine Klage der Immobilienmarkt-Aufseher mit der Zahlung von 1,3 Milliarden Dollar beigelegt. Auch gegen andere Banken wird in diesem Zusammenhang wegen umstrittener Hypothekenpraktiken ermittelt, die als einer der Auslöser der globalen Finanzkrise gelten, die im Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt ihren Anfang nahm.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Auch der Bank of America droht neuer Ärger mit Hauskrediten. US-Behörden prüften, ob die zweitgrößte Bank des Landes der Regeln eines Regierungsprogramms verletzt haben könnte, teilte das Institut am Dienstag mit. Untersucht werde, ob die Bank of America Kredite bewilligt hat, die den Anforderungen der staatlichen Absicherung nicht genügt hätten. Erst Anfang Februar hatte sich Branchenprimus JPMorgan mit dem Justizministerium wegen geschönter Hauskredite auf einen Vergleich in Höhe von 614 Millionen Dollar geeinigt.

Von

rtr

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