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31.01.2005

07:00 Uhr

Am Montag tagt der Risikoausschuss der Bank

Chef der HSH Nordbank massiv unter Druck

Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank hat massive Kritik an privaten Immobiliengeschäften von Vorstandschef Alexander Stuhlmann und Vorstand Peter Rieck geübt. Aufsichtsratschefin Heide Simonis (SPD), zugleich Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, wirft den Spitzenmanagern vor, im April 2004 von der insolvenzbedrohten Hamburger Immobiliengruppe Agiv privat ein Wohn- und Geschäftshaus gekauft zu haben.

HAMBURG. Simonis geht davon aus, dass den beiden Bankmanagern die Schieflage der Immobiliengruppe bekannt gewesen sein muss und sie mit dem Hauserwerb womöglich andere Gläubiger geschädigt haben. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Kieler Landesregierung.

Ein Sprecher des Kieler Finanzministeriums wollte die Vorwürfe weder bestätigen noch dementieren. Er sagte aber: „Die privaten Immobiliengeschäfte der Vorstände der HSH Nordbank sind am morgigen Montag Thema einer Sitzung des Risikoausschusses der Bank.“ An der Sitzung sollen auch der zuständige Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner und sein Kieler Amtskollege Ralf Stegner teilnehmen. Die öffentlich-rechtliche HSH Nordbank ist aus der Fusion der Hamburgischen und Kieler Landesbank hervorgegangen

Stuhlmann und Rieck hatten am 1. April 2004, wie die Agiv-Gruppe bestätigt, privat eine 1,67 Mill. Euro teure Immobilie gekauft. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Firma bereits Forderungen von Agiv-Großaktionären in zweistelliger Millionenhöhe nicht mehr bedienen. Im Juni 2004 trat Agiv-Vorstandschef Rainer Behne zurück. Mitte Dezember stellte die Firma Insolvenzantrag. Brisant an dem privaten Geschäft ist auch, dass HSH Nordbank und Agiv eng miteinander verflochten sind. Die HSH Nordbank zählt zu den größten Gläubigerbanken von Agiv. Agiv gehörte mit einem Vermögen von mehr als zwei Mrd. Euro zu den größten Immobilienfirmen Deutschlands.

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