Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2010

17:24 Uhr

Ambac

US-Anleiheversicherer verklagt Credit Suisse

Nach dem Anleihenversicherer MBIA geht nun auch Branchenkollege Ambac gerichtlich gegen die Großbank Credit Suisse vor. Die Schweizer sollen Schadenersatz leisten. Der Vorwurf: Das Institut soll beim Abschluss von Ausfallversicherungen inkorrekte Angaben geliefert haben.

Verklagt: Die Großbank Credit Suisse sieht sich Schadensersatzforderungen gegenüber. Quelle: dpa

Verklagt: Die Großbank Credit Suisse sieht sich Schadensersatzforderungen gegenüber.

NEW YORK. Der krisengeschüttelte Anleiheversicherer Ambac hat Credit Suisse auf Schadenersatz verklagt. Die Schweizer Bank habe beim Abschluss von Ausfallversicherungen für Hypothekenverbriefungen falsche Angaben gemacht und sei deshalb zu Schadenersatz verpflichtet, heißt es in der Klageschrift. Im Dezember hatte bereits eine Tochter des Anleihenversicherers MBIA Credit Suisse auf Schadenersatz im Zusammenhang mit den vor mehr als zwei Jahren versicherten Anleihen verklagt. Nach Ansicht von Credit Suisse sind die Klagen jedoch unbegründet; die Bank will sich deswegen zur Wehr setzen. Auch gegen Merrill Lynch und die Citigroup laufen Klagen.

In der Klage, die gestern in Manhattan beim obersten Gericht des Staates New York eingereicht worden ist, geht es um ein Paket von mehr als 2 000 Hypotheken, das die Credit Suisse verbrieft und am Markt weiterverkauft hatte. Die damit verbundene Ausfallversicherung hatte Ambac übernommen. Das Institut wirft der Schweizer Bank nun vor, sie habe verschwiegen, dass viele der Hypothekenschuldner ihren Zahlungsverpflichtungen kaum oder gar nicht nachkommen könnten. Seit Abschluss der Transaktion im März 2007 sei ein bemerkenswerter der Teil der Darlehen wertlos geworden.

In einer im Dezember eingereichten Klage machte MBIA geltend, laut einer Stichprobe hätten 85 Prozent der versicherten Darlehen nicht den von Credit Suisse vorgelegten Zusicherungen entsprochen. Seit Geschäftsabschluss im April 2007 sei mehr als die Hälfte in Verzug geraten und MBIA habe Schäden in Höhe von rund 296 Mio. Dollar übernehmen müssen. Ambac musste nach eigenen Angaben bisher Verluste von 44 Mio. Dollar decken.

Diese Gelder fordern die beiden Anleiheversicherer nun zurück - und fordern zudem, dass der Credit Suisse ein Bußgeld auferlegt wird. Die beiden US-Unternehmen hatten 2008 ihre Top-Bonitätseinstufungen verloren und konnten danach kaum noch Neugeschäft verbuchen. Vergangenen November teilte Ambac sogar mit, von einer Insolvenz bedroht zu sein. Reuters

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×