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04.09.2012

07:40 Uhr

Analyse

Wie krank sind die deutschen Banken?

VonElisabeth Atzler, Frank Matthias Drost, Yasmin Osman

Das Privatkundengeschäft ist unprofitabel, die Zahl der faulen Kredite steigt an. Deutschlands Finanzinstitute haben ihre Altlasten noch nicht abgebaut, da zeichnet sich der nächste Abschwung ab. Zehn Institute im Test.

Die Frankfurter Bankenskyline, aufgenommen vom Neubau der EZB. dapd

Die Frankfurter Bankenskyline, aufgenommen vom Neubau der EZB.

Frankfurt/BerlinSieht man einmal von der Euro-Krise ab, die für die meisten deutschen Institute hohe Abschreibungen auf ihre Staatsanleihen bedeutete, dann waren die vergangenen zweieinhalb Jahre gut für Banken: Die Wirtschaft boomte, Unternehmen bedienten ihre Kredite und Privatleute parkten ihr Erspartes anders als in Südeuropa ohne Angst vor Bankpleiten auf dem Konto. Im klassischen Bankgeschäft mit Firmen- und Privatkunden ließ sich also etwas verdienen.

Doch die Halbjahresberichte deuten eine Trendwende an. Überall stieg die Risikovorsorge, weil es mehr faule Kredite gab. Und die niedrigen Zinsen machen das Privatkundengeschäft immer unprofitabler. Der Abschwung kommt für die Branche zur Unzeit. Nicht nur weil die strengeren Kapitalregeln ab 2013 die Kapitalkosten nach oben treiben werden. Sondern auch weil die wenigsten Banken schon ihre Altlasten aus der Finanzkrise ausgeschwitzt haben.

Das Handelsblatt hat zehn der größten deutschen Institute analysiert. Sie sind laut ihrem Finanzstärkerating bei Moody's angeordnet, das zeigt, wie stark eine Bank ohne Hilfe von außen ist. Ein „a“ steht für „hervorragende Finanzkraft“, ein „e“ für „sehr schwach ausgeprägte Finanzkraft“.

Das Ergebnis: Den besten Banken billigt Moody's nur eine „ausreichend hohe eigene Finanzkraft“ zu, den meisten anderen eine „nur schwach ausgeprägte“. „Wir haben zwar kaum Banken, die auf der Intensivstation liegen, aber andererseits strotzen die Institute nicht vor Kraft. Sie sind eher etwas ausgelaugt“, urteilt Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance.

Drei Kernprobleme lassen sich identifizieren: der Wettbewerb, die Altlasten und das Geschäftsmodell. So ist der Konkurrenzkampf in keinem Land Europas so hart wie in Deutschland. Übertrieben fette Gewinne sind da nicht drin. „Deshalb konnten viele Banken in den vergangenen zwei, drei Jahren auch nicht so viel Speck ansetzen“, sagt Faust.

Umkehren statt „Weiter so“

Video: Banken im Umbruch: Umkehr statt „Weiter so“

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Kommentare (21)

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Account gelöscht!

04.09.2012, 07:47 Uhr

Die deutschen Banken sind so krank (heruntergewirtschaftet),daß es sie ohne den Staat (Steuerzahler) und die EZB nicht mehr gäbe - noch Fragen.
Dies weis doch jeder - auch Moodys, die Herabstufungen sind im Anflug.

Kapturak

04.09.2012, 08:07 Uhr


Da muß Blessing sich jetzt schnell noch einen ordentlichen Bonus reinschaufeln, bevor er sich wieder vom gemeinen Volk retten läßt.

Account gelöscht!

04.09.2012, 08:25 Uhr

Die Drückerkolonne des Martin B. hat schon lange nicht mehr angerufen, um mir was anzudrehen.
Muss ich mir Sorgen machen?

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