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21.01.2005

13:41 Uhr

Analysten hatten damit gerechnet

Münchener Rück senkt Gewinnziel

Wegen des erwarteten hohen Verlusts der Münchener Großbank HVB hat deren Großaktionär Münchener Rück seine Gewinnziele für 2004 ebenfalls gesenkt.

HB MÜNCHEN. Nunmehr werde ein Gewinn in der Spanne zwischen 1,7 und 1,9 Mrd. € erwartet, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Freitag mit. Bislang hatte der Konzern, der mit 18,34 % an der HVB beteiligt ist, einen Gewinn in der Spanne zwischen 1,8 und zwei Mrd. € erwartet. Die Münchener Rück erklärte, die Ankündigung der HVB als assoziiertes Unternehmen habe auch Auswirkungen auf den Rückversicherer selbst. Der exakt in die Jahresbilanz einzurechnende Betrag sei aber noch nicht bezifferbar. An der Börse gab der Kurs der Münchener-Rück-Aktie stärker als der Gesamtmarkt um 1,2 % auf 87,90 € nach.

Die HVB hatte am Freitag Wertberichtigungen auf problematische Immobilienfinanzierungen von 2,5 Mrd. € angekündigt, wodurch die Bank für 2004 einen hohen Verlust ausweisen wird. Die Dividende soll wie schon für die beiden vorangegangenen Jahre ausfallen.

Die Münchener Rück erklärte, die jetzige Prognosespanne für den Jahresgewinn berücksichtige auch Schadenereignisse, die sich nach der Vorlage der Ergebnisse des dritten Quartals im November ereignet hätten. Der Rückversicherer hatte zuletzt die Schadenlast durch die Flutwellen-Katastrophe in Südasien für sich selbst auf 50 bis 100 Mill. € beziffert. Allerdings hatte das Unternehmen bei der Bekanntgabe dieser Schadenssumme noch an der vorherigen Gewinnspanne zwischen 1,8 und zwei Mrd. € festgehalten.

Zum Jahresbeginn 2004 war die Münchener Rück noch von einem Nettogewinn von zwei Mrd. € ausgegangen, musste dann aber Lasten durch eine außergewöhnliche Serie von Wirbelstürmen in den USA und Asien mit außerordentlich hohen Schäden verkraften. Schäden durch jüngste Winterstürme in Nordeuropa, die insbesondere Großbritannien, Schweden und Norwegen trafen, sind in der Bilanz 2004 nicht mehr enthalten. Die Schadenbelastung durch den Winter-Orkan „Erwin“, bei dem in Nordeuropa Anfang Januar mindestens elf Menschen getötet worden waren, bezifferte die Münchener Rück für das Unternehmen auf 50 bis 100 Mill. €.

Die Münchener Rück gab keine Stellungnahme ab, wie der Konzern mit seinem Anteilsbesitz an der HVB nach dem erneuten Milliardenverlust der zweitgrößten deutschen Bank umgehen werde. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, die Münchener Rück wolle das Paket an die italienische Bankengruppe Unicredito abgeben. Unicredito hatte daraufhin aber erklärt, kein Angebot von dem Rückversicherer zum Kauf des Anteils erhalten.

Neben der Beteiligung ist die Münchener Rück auch noch über eine Vertriebskooperation mit der HVB verbunden. Konzernchef Nikolaus von Bomhard hatte zuletzt betont, an dem Vertriebskanal HVB sei die Münchener Rück weiter stark interessiert. Dafür sei aber eine Beteiligung in der jetzigen Höhe nicht notwendig.

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