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05.01.2005

09:03 Uhr

Analysten monieren niedrige Renditen im Unternehmenskundengeschäft

Commerzbank muss bei Firmen punkten

VonClaudia Wanner (Handelsblatt)

Besonders optimistisch startet Commerzbank- Chef Klaus-Peter Müller nicht ins Jahr 2005. „Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass die deutschen Institute im europäischen Vergleich keine nennenswerte Rolle mehr spielen“, sagte er kürzlich dem Handelsblatt.

FRANKFURT/M. Bei der Marktkapitalisierung liegen die deutschen Häuser nicht einmal mehr im unteren Mittelfeld, die Marktanteile von deutlich unter zehn Prozent sind viel niedriger als in anderen Ländern. Änderung ist hier wegen des dreigeteilten deutschen Kreditwesens nicht in Sicht. Die einzige Stellschraube bleibe die Profitabilität, sagt Müller.

An ihr werden der 60-jährige Bankchef und seine Vorstandskollegen weiter kräftig drehen müssen, darin sind Analysten sich einig. Denn mit einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 8,8 Prozent in den ersten neun Monaten 2004 und einer Aufwandsquote von 69 Prozent steht die Bank zwar besser da als in den schwierigen Vorjahren. Damals hatten Verluste die Eigenkapitalrendite ins Minus gedrückt; die Aufwandsquote lag trotz einschneidender Sparmaßnahmen deutlich über 70 Prozent. Im europäischen Vergleich reichen aber auch die aktuellen Ergebnisse kaum für einen Platz im Mittelfeld.

„Die Situation der Bank hat sich deutlich verbessert. Dennoch steht ihr ein herausforderndes Jahr bevor“, sagt Dieter Hein, Analyst beim unabhängigen Analysehaus Fairesearch. Auch Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler lobte die Fortschritte. Im internationalen Vergleich stehe die Bank aber nach wie vor nur mäßig gut da. „Das Ziel, 2005 die Kapitalkosten zu verdienen, halte ich für erreichbar“, attestierte der Analyst immerhin. Diese Marke hat Müller seit einiger Zeit ausgegeben. Am liebsten hätte er die rund zehn Prozent schon für 2004 vorgelegt. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank hat sich für 2005 Jahr 25 Prozent vorgenommen.

Den größten Handlungsbedarf stellen die Beobachter im neu geordneten Bereich Investment-Banking und Firmenkunden fest. Seit dem Vorstandsumbau Anfang November sind die frühere Sparte Securities und das Geschäft mit großen Firmenkunden vereint. Securities, jahrelang als Verlustbringer das Sorgenkind der Bank, wurde kräftig eingedampft und soll jetzt vor allem als Dienstleister für das Firmenkundengeschäft arbeiten. „Hier muss die Commerzbank weiterbauen, das Geschäft operiert noch mit niedrigen Eigenkapitalrenditen“, sagte Hoymann. Securities arbeitete in den ersten neun Monaten 2004 mit Verlust. Das Firmenkundengeschäft stand mit zwölf Prozent Eigenkapitalrendite relativ gut da. Noch ist aber fraglich, wie viel davon dem neu zugeschnittene Bereich Corporates & Markets unter Führung von Nicholas Teller zugute kommt. Die mittelständische Kundschaft wurde aus dem bisherigen Firmenkundengeschäft herausgelöst und untersteht jetzt dem erfolgreichen bisherigen Privatkundenvorstand Martin Blessing.

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