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23.04.2011

11:42 Uhr

Analystenausblick

Gewinne der Schweizer Großbanken gehen zurück

Die Gewinne im ersten Quartal dürften nach Erwartungen der Analysten schlechter ausfallen als im Vorjahr. Vor allem die Erdbebenkatastrophe in Japan und die Unruhen in der arabischen Welt belasten die Bilanz.

Düstere Aussichten für die Bilanz der Credit Suisse? Quelle: Reuters

Düstere Aussichten für die Bilanz der Credit Suisse?

Die beiden Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS haben im ersten Quartal wohl besser abgeschnitten als im Schlussquartal des vergangenen Jahres. An die Gewinne des Auftaktquartals 2010 dürften sie aber nicht herangekommen sein.

Die Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan und die Unruhen in der arabischen Welt gingen auch an den Schweizern nicht spurlos vorüber. Beim amerikanischen Rivalen Goldman Sachs ging der Anleihenhandel für Kunden um fast ein Viertel zurück, ähnliches dürfte auch für UBS und CS gelten. Auch sie haben sich nach der Krise - und unter dem wachsenden Regulierungsdruck im Investmentbanking - dem Wertpapierhandel für Kunden verschrieben.

Im vierten Quartal hatte UBS im Investmentbanking gerade noch schwarze Zahlen erreicht. Die Sparte sollte, so prognostizierte die Bank im Februar, im ersten Quartal "eine gewisse Verbesserung" erreichen. Die Investitionen in den Wertpapierhandel sollten sich auszuzahlen beginnen. Im März hatte Konzernchef Oswald Grübel dann wieder eher vorsichtigere Töne zu hören. Der Umbau der Handelssparte komme möglicherweise doch nicht so schnell voran wie ursprünglich erwartet, erklärten die Bankenanalysten der Bank Vontobel. Zuletzt hatten auch wichtige Leute die Bank verlassen.

Im Investmentbanking der Credit Suisse sollten sich die Erträge gegenüber dem schwachen Vorquartal deutlich erholt haben, erklärte der Bankenanalyst Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank. Er rechnet aber nicht damit, dass das Vorjahresniveau erreicht wurde.

Im Vermögensverwaltungsverwaltungsgeschäft könnten politische Unwägbarkeiten und die wachsenden Unsicherheiten neues Geld in den sicheren Hafen Schweiz gespült haben. Auch zu UBS, die nach dem langwierigen Steuerstreit mit den USA mit einem angeschlagenen Kundenvertrauen zu kämpfen hatte, bringen die Reichen wieder mehr Geld. Analysten rechnen mit einem Neugeldzufluss von rund zehn Milliarden Franken, davon knapp acht Milliarden im Wealth Management. Das ist mehr, als der Bank nach der Krise je in einem Quartal zugeflossen ist. Den Lokalrivalen Credit Suisse dürfte UBS aber noch nicht eingeholt haben. Credit Suisse dürfte Neugeld in der Größenordung von rund 20 Milliarden Franken hereingeholt haben.

Im Gegensatz zu Credit Suisse hat UBS ihre Mittelfrist-Gewinnziele bisher nicht revidiert. Noch gilt, dass die Bank bis 2014 einen Vorsteuergewinn von 15 Milliarden Franken und eine Eigenkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent erreichen will. Bevor nicht Klarheit über der Bankenregulierung herrsche, mache eine Zielrevision keinen Sinn, erklärte Konzerchef Grübel. Analysten gehen davon aus, dass eine Zielrevision zwar nicht zusammen mit den Quartalszahlen, aber doch im Laufe des Jahres kommen wird.

Bei Credit Suisse, wo Analysten mit einem Gewinnrückgang um ein Drittel im Jahresvergleich rechnen, dürften buchhalterische Sonderfaktoren eine Rolle spielen. Bei UBS, die am längsten an den Folgen der Finanzkrise zu kauen hatte, sollten die nun von Sonderfaktoren weitgehend freien Abschlusszahlen nach Ansicht von Analysten erste Aufschlüsse darüber geben, wie gut das unter CEO Oswald Grübel eingeführte Geschäftsmodell funktioniert.

Von

rtr

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