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14.08.2012

10:45 Uhr

Andreas Schmitz

Bankenpräsident kritisiert die Sparkassen

Andreas Schmitz attackiert die Sparkassen. Der Präsident des Bankenverbands wirft den Instituten vor, einige Landesbanken in den Abgrund gestürzt zu haben. Auch im Privatkundengeschäft greift Schmitz die Sparkassen an.

Bankenpräsident Andreas Schmitz übt Kritik an den Sparkassen. dpa

Bankenpräsident Andreas Schmitz übt Kritik an den Sparkassen.

DüsseldorfDer Präsident des Bankenverbands, Andreas Schmitz, übt heftige Kritik an den deutschen Sparkassen. Schmitz, der auch Vorstandssprecher der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus ist, tadelt vor allem die Beziehung von Sparkassen und Landesbanken. Die deutschen Sparkassen hätten „durch überzogene Renditeerwartungen, durch eine schlecht funktionierende interne Aufsicht und durch das Verhindern von neuen und nachhaltigen Geschäftsmodellen einige Landesbanken in den Abgrund gestürzt“, so Schmitz in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Es erstaune ihn, dass in der öffentlichen Wahrnehmung die Landesbanken nur dann zu den Sparkassen gezählt würden, „wenn es bei der Kreditvergabe ausnahmsweise einmal gut aussieht“. 40 Prozent der Kredite der Sparkassen an den Mittelstand würden nur mit Hilfe der Landesbanken zustande kommen, schreibt Schmitz.

Dabei gehörten Landesbanken und Sparkassen doch ohne Zweifel zusammen. Wenn es um kritische Themen wie die Zerschlagung der WestLB gehe, würden die Probleme der Sparkassen aber ausgeblendet, bemängelt Schmitz.

In Sachen Mittelstandsfinanzierung nimmt der Bankenpräsident seine privaten Institute in Schutz. „Es sind nicht die Sparkassen, die den Export der deutschen Wirtschaft finanzieren, sondern das leisten zu 80 Prozent private Banken“, so Schmitz. Auch beim Privatkundengeschäft geht er hart mit den Sparkassen ins Gericht. Die Sparkassen würden oft die höchsten Dispozinsen verlangen und die höchsten Entgelte an Geldautomaten kassieren, kritisiert Schmitz.

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Der Chef von HSBC Trinkaus greift die Sparkassen auch in Sachen Schrottpapiere an. Die Sparkassen Frankfurt und Hamburg gehörten zu den Instituten, „die die meisten Lehman-Zertifikate verkauft haben“, schreibt Schmitz. Sein Gastbeitrag ist eine Reaktion auf den Handelsblatt-Artikel „Deutschland, deine Sparkassen – eine Liebeserklärung“, der am 3. August 2012 erschienen ist.

Von

td

Kommentare (18)

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Mittelstaendler

14.08.2012, 10:57 Uhr

Getroffenen Hunde bellen! Die Geschäftsbanken sollten zunächst mal vor ihrer eigenen Türe kehren: Vernünftiger Kundenservice auch für Nicht-DAX-Unternehmen, vernünftige Kostenstrukturen für die Kunden, Vermögensberatung pro Kunde und nicht Pro-Provision.

ProSparkasse

14.08.2012, 11:17 Uhr

Ich schließe mich dem Vorredner an.
Man kann auch keine HASPA mit anderen Sparkassen vergleichen...

Memory

14.08.2012, 11:35 Uhr

Waren es nicht die Banken, die sich erfolgreich bemühten den Landesbanken mithilfe der EU den Boden unter den Füssen wegzuziehen?

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