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27.02.2013

11:12 Uhr

Angeschlagene Landesbank

LBBW versechsfacht den Gewinn

Die einst krisengeschüttelte Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist auf dem Weg der Besserung. Das Institut erzielt 2012 einen Gewinn von mehreren Hundert Millionen Euro. Der Umbau ist nun weitgehend abgeschlossen.

Sieht sich auf Erholungskurs: Die einst angeschlagene Landesbank LBBW. dapd

Sieht sich auf Erholungskurs: Die einst angeschlagene Landesbank LBBW.

FrankfurtDie Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erntet allmählich die Früchte ihres Konzernumbaus. Vor allem dank des stabilen Geschäfts mit Firmenkunden in Baden-Württemberg hat das Institut seinen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als versechsfacht auf 398 Millionen Euro. Parallel habe Deutschlands größte Landesbank ihre Risiken weiter abgebaut, sagte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter am Mittwoch. "Damit können wir heute sagen, dass wir die Restrukturierung weitgehend abgeschlossen haben."

Die Bank, die sich in der Finanzkrise mit riskanten Papieren verzockt hatte und vom Staat gerettet wurde, fuhr ihre Risikoaktiva im vergangenen Jahr von 108 auf 96 Milliarden Euro zurück. Die Bilanzsumme schrumpfte um zehn Prozent auf 336 Milliarden Euro.

Klagen ausgewählter deutscher Banken wegen US-Hypothekenpapieren

Klagen der BayernLB

JP Morgan 21.11.2011 – keine Schadenshöhe genannt (o.A.)
Morgan Stanley 25.01.2012 – o.A.
Deutsche Bank 18.04.2012 – o.A.
Merrill Lynch 02.05.2012 – o.A. (Klage am 02.10.2012 zurück genommen)
Bank of America 21.05.2012 – o.A.
Barclays 03.08.2012 – 274 Millionen Dollar gefordert
Goldman Sachs 05.09.2012 – o.A.

Klagen der DZ Bank

Ally Financial 13.12.2011 (Klage am 25.07.2012 zurück genommen) – 49 Millionen Dollar Forderung
JP Morgan 30.01.2012 – 85 Millionen Dollar
HSBC 31.01.2012 – 122 Millionen Dollar
JP Morgan 01.03.2012 – 158 Millionen Dollar
JP Morgan 30.03.2012 – 401 Millionen Dollar
(Zusammenlegung aller drei Klagen gegen JP Morgan am
11.07.2012, danach Zusammenlegung aller drei Klagen gegen
JP Morgan nicht genau bezifferbar)
Barclays 16.05.2012 – 133 Millionen Dollar
UBS 25.07.2012 – 160 Millionen Dollar
Goldman Sachs 07.09.2012 – 189 Millionen Dollar
Morgan Stanley 21.11.2012 – 694 Millionen Dollar

Klagen von EAA/Phoenix

Bislang haben die Gesellschaften, die giftige Wertpapiere aus den Beständen der ehemaligen WestLB-Bestände verwalten, vier Klagen gegen US-Banken eingereicht – unter anderem gegen den US-Sitz der Deutschen Bank, eine Gruppe von US-Banken und die Bank of America inklusive deren Tochter Countrywide.

Klagen der HSH Nordbank

JP Morgan 31.08.2011 – 42 Millionen Dollar Forderung
Barclays 29.09.2011 – 40 Millionen Dollar
Barclays 29.12.2011 – 46 Millionen Dollar
JP Morgan 29.12.2011 – 117 Millionen Dollar
Ally Financial 29.12.2011 (Klage am 14.06.2012 zurück genommen) – 130 Millionen Dollar
Barcalys 23.02.2012 – 122 Millionen Dollar

(Zusammenlegung aller drei Klagen gegen Barclays am 20.03.2012, danach Forderung nicht genau beziffert)
HSBC 27.02.2012 – 41 Millionen Dollar
Goldman Sachs 24.08.2012 – 110 Millionen Dollar
Morgan Stanley 24.08.2012 – 524 Millionen Dollar

Klagen der IKB

JP Morgan 01.09.2011 keine genaue Bezifferung (o.A.)
Credit Suisse 12.09.2011 – 3 Millionen Dollar
Citigroup 22.09.2011 (Klage am 29.09.2012 zurück genommen) – 4 Millionen Dollar
Credit Suisse 05.10.2011 – 16 Millionen Dollar
Credit Suisse 20.10.2011 – 5 Millionen Dollar
Credit Suisse 27.10.2011 – 1 Millionen Dollar
Credit Suisse 10.11.2011 – 215 Millionen Dollar
(Zusammenlegung aller fünf Klagen gegen Credit Suisse am 02.07.2012, danach Klagesumme nicht genau beziffert)
JP Morgan 23.02.2012 – 312 Millionen Dollar
Bank of America / Countrywide 14.05.2012 – 200 Millionen Dollar
Bank of America / Merrill Lynch 14.05.2012 – 56 Millionen Dollar
Goldman Sachs 05.09.2012 – 73 Millionen Dollar
Citigroup 05.09.2012 – 137 Millionen Dollar
JP Morgan 28.09.2012 – 11 Millionen Dollar
Morgan Stanley 16.11.2012 – 147 Millionen Dollar

Außerdem: Rücknahme von insgesamt elf Klagen gegen Ally Financial am 07.02.2012

Klagen der LBBW

JP Morgan 29.09.2011 – keine genaue Bezifferung (o.A.)
Royal Bank of Scotland 21.02.2012 – 71 Millionen Dollar
Capital One 08.03.2012 – 169 Millionen Dollar
Bank of America 29.03.2012 – o.A.
Barclays 01.06.2012 – 125 Millionen Dollar
Barclays 11.06.2012 – 55 Millionen Dollar
Capital One 11.06.2012 – 32 Millionen Dollar
Royal Bank of Scotland 19.06.2012 – 173 Millionen Dollar

Quelle

Gutachterliche Stellungnahme der Sachsen Asset Management im Auftrag der nordrhein-westfälischen FDP-Fraktion (datiert auf den 7. November 2012)

Auch im laufenden Jahr sollen die Risiken weiter abgebaut werden, kündigte Bankchef Vetter an. Mit dem geplanten Streichung von 2500 Stellen ist das Geldhaus so gut wie durch. Mehr als 2400 Vollzeitstellen seien inzwischen abgebaut worden, erklärte die Bank.

Die Kernkapitalquote stieg um 2,4 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent. Im vergangenen Jahr hatten die LBBW-Eigentümer - das Land Baden-Württemberg, der Sparkassenverband Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart - ihre Stille Einlagen in hartes Kernkapital umgewandelt, das von den Aufsehern auch künftig als Sicherheitspuffer akzeptiert wird. Damit sei die LBBW für die verschärften regulatorischen Vorgaben (Basel III) der Aufseher gerüstet, erklärte das Stuttgarter Geldhaus.

Die LBBW zählt dank ihrer Verankerung im wohlhabenden Süden Deutschlands zu den stabilsten Landesbanken. Während viele andere Institute 2012 die Vorsorge für Kreditausfälle erhöhten, sank die Risikovorsorge bei der LBBW um neun auf 143 Millionen Euro. "Hier spiegelt sich ungeachtet der konjunkturellen Eintrübung in Deutschland die robuste Verfassung der Unternehmen gerade in den Kernmärkten der LBBW wider", erklärte die Bank.

Über die Erholung des Institut, das im vergangenen Jahr noch mit hohen Abschreibungen im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise zu kämpfen hatte, dürfen sich auch Eigentümer und Investoren freuen. Erstmals seit 2008 wird die LBBW wieder Stille Einlagen und Genussscheine bedienen. Darüber hinaus holt das Geldhaus 41 Prozent der ausgefallenen Ausschüttungen aus den Jahren 2009 bis 2011 nach. Noch offen sind damit allerdings weiter Zahlungen von 239 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr gab die Bank keine konkrete Prognose, sie stellt sich jedoch auf Gegenwind ein. "Die LBBW geht davon aus, dass die Rahmenbedingungen für die Finanzbranche auch weiterhin herausfordernd bleiben, beispielsweise aufgrund der vielfältigen regulatorischen Anforderungen."

Von

rtr

Kommentare (1)

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kraehendienst

27.02.2013, 13:28 Uhr

Was ist denn da bitte angeschlagen!!!? Höchstens ein angeschlagener Journalismus.

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