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21.01.2004

11:50 Uhr

Angeschlagener Versicherungskonzern

Kapitalspritze rettet Mannheimer wohl vor Insolvenz

Die Kapitalspritze des österreichischen Aktionärs Uniqa für die Mannheimer AG Holding war dringend nötig. Nach Ansicht der Wirtschaftsprüfer hätte der angeschlagene Versicherer ansonsten Insolvenz anmelden müssen.

HB STUTTGART. Die Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG habe darauf gedrängt, das nachrangige Darlehen der Auffanggesellschaft Protektor an die Mannheimer über 193 Mill. € in der Bilanz zu passivieren, räumte der Versicherer den Aktionären in der Einladung zu seiner außerordentlichen Hauptversammlung am 27. Februar in Mannheim mit. Damit wäre das Eigenkapital zum Jahresende 2003 nicht nur auf 4,8 Mill. € geschrumpft, die Mannheimer wäre vielmehr mit einem Bilanzloch von 188 Mill. € formell überschuldet gewesen.

Die Lücke war dadurch entstanden, dass der frühere Vorstand unter seinem Chef Hans Schreiber noch während des Abwärtstrends an den Börsen in Aktien und Fonds investiert hatte, die stille Lasten von rund 200 Mill. € nach sich zogen. Auf Druck der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin musste die Leben-Sparte der Mannheimer ihr Neugeschäft einstellen und ihren Bestand von 350 000 Policen an Protektor übertragen. Protektor stundete der Holding den Unterdeckungsbetrag in der Bilanz in Form eines aus künftigen Gewinnen rückzahlbaren Darlehens. Dieses müsse in die Bilanz einfließen, forderten die Wirtschaftsprüfer. Der Konzern wollte es nur nachrichtlich außerhalb der Bilanz erwähnen.

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