Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.12.2011

06:07 Uhr

Angst vor Swedbank-Pleite

Letten räumen Konten leer

Gerüchte über Pleite von Lettlands größter Bank haben zu panikartigen Abhebungen geführt. Bis Montagmorgen hatten die Kunden der Swedbank 34 Millionen Euro abgehoben. Auslöser war eine Twitter-Meldung.

Twitter-Gerücht führt zu massivem Geldabheben

Video: Twitter-Gerücht führt zu massivem Geldabheben

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Riga/StockholmAus Angst vor einer Pleite der größten Bank in Lettland haben Kunden ihre Konten leer geräumt. Die Panik unter tausenden Kunden der Swedbank begann am Sonntag, nachdem sich Gerüchte verbreitet hatten, das Geldinstitut habe in Estland und Schweden Probleme mit der Liquidität. Bis Montagmorgen hatten Swedbank-Kunden 24 Millionen Lats (34 Millionen Euro) abgehoben, wie Bankensprecherin Kristine Jakubovska mitteilte. Bei der SEB waren zwischenzeitlich bis zu 15 Prozent der 234 Automaten ohne Bargeld.

Über den Kurz-Nachrichtendienst Twitter war zuvor verbreitet worden, dass die schwedischen Geldhäuser in einer Schieflage seien. Der Vorsitzende der lettischen Niederlassung der schwedischen Bank, Maris Mancinskis, nannte die Gerüchte über eine bevorstehende Pleite am Montag absurd. Die Bank arbeite normal, alle Kunden hätten an den Automaten Zugriff auf ihre Konten. Lettlands Bankenaufsicht erklärte, die Gerüchte seien grundlos. Es sei nicht nötig, sich um die finanzielle Situation der Swedbank zu sorgen. Die Swedbank gehört in Europa zu den am besten kapitalisierten Finanzinstituten.

Der lettische Ministerpräsident Valdis Dombrovskis sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur BNS, die Gerüchte seien aus reiner Bosheit verbreitet worden, um dem lettischen Bankensystem zu schaden. Innenminister Rihards Kozlovskis teilte mit, die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen.

Die Angst vor einer möglichen Bankenpleite in Lettland kommt nicht von ungefähr, denn Probleme in der Bankenbranche haben in Lettland eine lange Geschichte.: Vergangenen Monat wurde die zehntgrößte lettische Bank Latvijas Krajbanka verstaatlicht, nachdem die Aufsichtsbehörden Beweise für massiven Betrug fanden, hinter dem der ehemalige Besitzer der Bank, der russische Geschäftsmann Wladimir Antonow, stecken soll. Kunden hatten tagelang keinen Zugriff auf ihr Geld.

Vor drei Jahren war die Parex Bank, die zweitgrößte Bank des Landes, praktisch zahlungsunfähig und musste von der Regierung übernommen werden. Lettland sah sich daraufhin gezwungen, bei internationalen Gläubigern und der EU ein 7,5 Milliarden schweres Rettungspaket zu beantragen.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

FreundHein

12.12.2011, 08:50 Uhr

Der Versuch, das Handelsblatt-Forum hier als Twitter zu missbrauchen und eine ähnliche Panik wie in LET auszulösen ist ja ganz drollig, aber wenn es wirklich warm wird, ist N wg. ausbleibender Kohle aus EU für sein Öl genauso pleite wie der Rest des Kontinentes.
Finnland? Wird bei Bedarf wieder russisch besetzt. Zumal Putin so langsam einen äußeren Feind ins Spiel bringen muss, um von seinen inneren Problemen abzulenken. Halte ich zwar bisher für nicht so akut, aber der Junge neigt zur Sprunghaftigkeit.

Wann könnt ihr bekloppten Sparschweinstreichler endlich mal begreifen, dass unser Leben eines auf Kredit ist und Kredite im Endeffekt nie zurückgezahlt werden?

Geld ist eine Illusion.

Und nebenbei: Wer seiner Zeit weit voraus ist, bekommt posthum viel Ehre, hat aber selber nichts davon, sondern nur die Probleme aller Anachronisten: eigenes Scheitern.

Account gelöscht!

12.12.2011, 08:54 Uhr

Ich kaufe lieber Gold, als mich als Devisenspekulant zu versuchen. Umtauschen kann man das Zeug dann ja immer noch in eine Währung seiner Wahl bei Bedarf :-)

Account gelöscht!

12.12.2011, 09:08 Uhr

Bis der Staat auf die Idee kommt, Goldverkäufe zu verbieten oder die Bürger zwingt ihr Gold zu einem festgesetzten Kurs zu verkaufen.

Gab es alles schon in der Vergangenheit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×