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25.07.2011

10:32 Uhr

Angst vor Verhaftungen

Schweizer Banken verbieten Mitarbeitern US-Reisen

Die US-Justiz hat es bei der Jagd auf Steuersünder auf Manager von Schweizer Banken abgesehen, schon ist von „Wirtschaftskrieg“ die Rede. Eidgenössische Geldhäuser reagieren, indem sie Mitarbeitern US-Reisen verbieten.

Schweizer Landesfahne am Großen Aletschgletscher: Die eidgenössischen Banken fürchten Probleme in den USA. Quelle: dpa

Schweizer Landesfahne am Großen Aletschgletscher: Die eidgenössischen Banken fürchten Probleme in den USA.

DüsseldorfSchweizer Banken fürchten, dass nach den jüngsten Anklagen der US-Justiz gegen Mitarbeiter der eidgenössischen Großbank Credit Suisse auch ihre Mitarbeiter in den USA verhaftet werden könnten. Deshalb hätten die Privatbanken Sarasin und Julius Bär ihren Mitarbeitern Reisen in die Vereinigten Staaten verboten, wie die Zeitungen „Der Sonntag“ und „Sonntagszeitung“ berichten.

Sarasin-Chef Joachim Strähle (im Bild) oder Finanzchef Thomas Müller müssen zustimmen, wenn Mitarbeiter der Privatbank in die USA reisen wollen. Quelle: ap

Sarasin-Chef Joachim Strähle (im Bild) oder Finanzchef Thomas Müller müssen zustimmen, wenn Mitarbeiter der Privatbank in die USA reisen wollen.

„Seit zwei Wochen gilt eine Genehmigungspflicht für alle Privat- und Geschäftsreise nach den USA“, zitiert „Der Sonntag“ einen Sarasin-Sprecher. Nur Bankchef Joachim Strähle und Finanzchef Thomas Müller dürften Ausnahmebewilligungen erteilen. Damit sollten die Bank und ihre Beschäftigten vor Ermittlungen und Verhaftungen geschützt werden. Allerdings betonte der Sprecher, es gebe keine Ermittlungen gegen die Bank oder ihre Mitarbeiter.

„Der Sonntag“ meldet zudem, dass Privatreisen in die USA bei Julius Bär laut gut unterrichteten Quellen seit kurzem untersagt seien. Julius Bär wollte dazu nicht Stellung nehmen. Die „Sonntagszeitung“ berichtet von einem Mitarbeiter aus dem mittleren Management der Privatbank, der seine US-Reise auf Anweisung des Geldhauses kurzfristig abblasen musste.

Credit Suisse hatte am 15. Juli mitgeteilt, Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen der US-Justiz zu sein. Eine Woche später wurde bekannt, dass auch gegen Mitarbeiter der Schweizer Großbank Anklage erhoben worden ist. Sie werden beschuldigt, US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

Schweizer Politiker reagieren empört auf das Vorgehen der US-Steuerfahnder. So zitiert die „NZZ am Sonntag“ den FDP-Wirtschaftpolitiker Ruedi Noser mit den Worten: „Das ist Wirtschaftskrieg, Imperialismus pur.“ Der wirtschaftspolitische Sprecher der CVP, Pirmin Bischof, sagte dem gleichen Blatt: „Vorab die grossen Banken sollen prüfen, ob sich das US-Geschäft für sie langfristig überhaupt lohnt.“

Von

HB

Kommentare (7)

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Besserwisser

25.07.2011, 11:18 Uhr

achja. da jagd der teufel den belzebub. wer ist wohl hier der schuldigere? die usa sollten den dreck vor ihrer eigenen haustüre wegräumen, anstatt die bankster zu gängeln. wer wird wohl besonders davon profitiert haben. die schweizer nur mit kleingeld, die großverdiener sind konzerneigner von energieriesen und ölmultis bzw. rüstungsheinis. wer wirklich glaubt, dass die die jagen, könnte sich auch gleich selbst anprangern und selbstgeißelung betreiben.

Account gelöscht!

25.07.2011, 13:42 Uhr

Die Schweizer werden ihren Teil beigetragen haben, aber hier sieht man doch wie Krake-Staat seine letzten Atemzüge tut!

Kraeftemangel

25.07.2011, 13:45 Uhr

Hier soll nur unliebsame Konkurenz und ein demokratisch legitimierten Staat angegriffen werden. Die größten Steueroasen liegen direkt vor der USA-Haustür, z.B Cayman-Islands. Es geht um die Zerstörung demokatischer Strukturen und zwar weltweit.

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