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30.04.2012

13:53 Uhr

Anhaltende Belastungen

Erste Group Bank senkt ihre Prognose

Weil Ungarn und Rumänien auf der Erste Group Bank lasten, hat sie ihre Prognose gesenkt. Für 2012 erwartet die Bank nun ein stabiles Betriebsergebnis. Der Gewinn im ersten Quartal übertraf die Analystenschätzung.

Im ersten Quartal steigerte die Bank ihren Gewinn auf 346,5 Mio. Reuters

Im ersten Quartal steigerte die Bank ihren Gewinn auf 346,5 Mio.

WienDie Erste Group Bank schlägt angesichts anhaltender Probleme in Ungarn und Rumänien und schärferer Kapitalregeln vorsichtigere Töne an. Für das laufende Jahr erwarte das Sparkassen-Spitzeninstitut statt eines leicht steigenden nun nur noch ein stabiles Betriebsergebnis, sagte Bankchef Andreas Treichl am Montag. Im ersten Quartal ging die Kennziffer um elf Prozent auf 916 Millionen Euro zurück.

„Wir sind jetzt grundsätzlich etwas vorsichtiger, nachdem wir im ersten Quartal eine Verringerung unseres Nicht-Kern-Geschäfts verdaut haben.“ Ein Sprecher sagte, die Bank habe sich vor allem aus dem weltweiten Geschäft mit syndizierten Krediten zurückgezogen, das in der Vergangenheit Gebühren- und Zinseinnahmen brachte.

Stattdessen konzentrierte sich die Erste auf ihre Kernmärkte in Österreich und Zentraleuropa. Dort machen der Bank hohe Vorsorgen durch den von Budapest erzwungenen Fremdwährungskredit-Tausch und die maue Wirtschaftsentwicklung in Rumänien zu schaffen. Beides ließ die Vorsorgen für faule Kredite im ersten Quartal um gut 26 Prozent auf 581 Millionen Euro nach oben schnellen.

Unter dem Strich stand dennoch ein knapp acht Prozent höherer Gewinn von 347 Millionen Euro. Grund dafür waren Gewinne aus dem Rückkauf von Hybridpapieren. Auch im zweiten Quartal erwartet die Bank zusätzliche Einnahmen durch den Rückkauf weiterer Hybridpapiere von 160 Millionen Euro vor Steuern. Auf Jahressicht würden die Erträge aus den Rückkäufen die höheren Risikovorsorgen in Teilen Osteuropas wettmachen, zeigte sich die Erste zuversichtlich.

Mit dem Rückkauf von Hybridpapieren unter ihrem Nennwert hatte die Erste Group - wie viele andere Banken in Europa - ihr Kernkapital aufgepeppt, um bis Ende Juni die von der europäischen Bankenaufsicht EBA verlangte harte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Ende März hatte die Erste nach den Kriterien des Europäischen Bankenverbandes EBA eine Eigenkapitalquote von 9,7 Prozent und werde auch künftig alle Anforderungen erfüllen, hieß es in der Mitteilung.

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