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05.03.2013

18:23 Uhr

Anhörung in London

Bonus-Streit der Commerzbank wird neu aufgerollt

Am Londoner High Court hat der Abwehrkampf der Commerzbank gegen die Zahlung von Boni in Höhe von 50 Millionen Euro an ehemalige Investmentbanker begonnen. In erster Instanz hatte das Institut im letzten Jahr verloren.

Das Logo der Commerzbank in Frankfurt am Main. dpa

Das Logo der Commerzbank in Frankfurt am Main.

LondonDer 52 Millionen Euro schwere Bonus-Streit der Commerzbank mit ehemaligen Investmentbankern geht in die nächste Runde. Am Londoner Berufungsgericht (Court of Appeal) begann am Dienstag eine dreitägige Anhörung. Die Commerzbank hofft, die umstrittenen Bonuszahlungen an 104 frühere Dresdner-Kleinwort-Mitarbeiter doch noch abzuwenden.

In erster Instanz hatte das Institut im Mai 2012 verloren. Der High Court verurteilte die Bank damals, die Boni nachzuzahlen, die den Investmentbankern Ende 2008 - kurz vor der Übernahme durch die Commerzbank - versprochen worden waren, um sie bei der Stange zu halten. Mit Prozesskosten und Zinsen kämen auf Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus Belastungen von rund 70 Millionen Euro zu. Mit einem Urteil wird erst in etwa acht Wochen gerechnet.

Das Frankfurter Institut gab sich zuversichtlich. "Die Commerzbank wird in der Berufungsverhandlung nochmals ihre Rechtsauffassung darlegen, dass die mündliche Ankündigung eines Bonuspools durch die Dresdner-Kleinwort an ihre Beschäftigten keine vertraglich bindende Vereinbarung darstellte", erklärte eine Sprecherin. Die Bonusbeträge hätten unter dem Vorbehalt einer Überprüfung gestanden. Angesichts der Verluste von 6,5 Milliarden Euro der Dresdner Kleinwort 2008 sei es richtig und verantwortungsvoll gewesen, die Prämien zu kürzen.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Aus einem Bonustopf von 400 Millionen Euro hatte die Bank letztlich nur die 150 Millionen ausgezahlt, die Dresdner Kleinwort den Angestellten fest dafür zugesagt hatte, dass sie vor dem Verkauf an die Commerzbank nicht wegliefen. In Deutschland hatte das Bundesarbeitsgericht der Commerzbank in letzter Instanz Recht gegeben. Die meisten der Dresdner-Investmentbanker waren aber in London angestellt, daher findet der Schlagabtausch dort statt.

Von

rtr

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