Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2012

14:24 Uhr

Anleger ziehen Mittel ab

Union Investment leidet unter der Schuldenkrise

Im letzten Jahr haben die verunsicherten Anleger rund 1,5 Milliarden Euro aus den Fonds der Union Investment abgezogen. Der Gewinn und das verwaltete Vermögen sind deutlich gesunken.

Der Parketthandel an der Deutschen Boerse in Frankfurt. dapd

Der Parketthandel an der Deutschen Boerse in Frankfurt.

FrankfurtDie Schuldenkrise hat nun auch die erfolgsverwöhnte Fondsgesellschaft Union Investment erreicht. Unter dem Strich zogen die tief verunsicherten Anleger im Krisenjahr 2011 rund 1,5 Milliarden Euro ab, wie das zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörende Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

2010 hatte Union Investment noch Nettomittelzuflüsse von 8,7 Milliarden verbucht. Nun floss zwar neues Geld in Spezialfonds, doch allein aus den vor allem für Kleinsparer aufgelegten Publikumsfonds wurden mehr als zwei Milliarden Euro abgezogen. Damit zeigt sich bei Union Investment ein ähnliches Bild wie in der gesamten Branche: Die Privatanleger laufen in Scharen davon und bevorzugen sicherere Anlagen wie Festgeldkonten.

„Die Verunsicherung der Anleger durch die Eurostaatenkrise führte insbesondere in der zweiten Jahreshälfte zu einer spürbaren Zurückhaltung im Neugeschäft“, zog Vorstandschef Hans Joachim Reinke in Frankfurt Bilanz. „Wir gehen davon aus, dass wir 2012 wieder in etwas ruhigeres Fahrwasser kommen.“ Der Jahresstart sei vielversprechend gewesen. Viel hänge aber davon ab, dass die Politik eine Lösung etwa für das von einer Pleite bedrohte Griechenland finde. Ziel sei es, in diesem Jahr wieder einen positiven Nettoabsatz zu schaffen.

Union Investment zählt neben dem Sparkassen-Fondsdienstleister Deka und der Deutsche-Bank-Tochter DWS zu den größten Publikumsfondsgesellschaften in Deutschland. Insgesamt schrumpfte das verwaltete Vermögen der Genossen 2011 auf 170 (Vorjahr: 177) Milliarden Euro, was auch den Turbulenzen an den Finanzmärkten geschuldet war. Das Ergebnis vor Steuern war mit 266 (372) Millionen Euro ebenfalls rückläufig.

Die Investmentfondsbranche kämpft derzeit an mehreren Fronten. Die Mittelabflüsse der Kleinsparer sind nur ein Problem. Jene Investoren, die in Fonds bleiben, haben auch im Niedrigzinsumfeld Renditeerwartungen. Zudem verlangen gerade institutionelle Anleger in der Krise ein intensives Risikomanagement, was an den Margen nagt und den Kostendruck erhöht. Das spürt auch Union Investment. Das Fondshaus erwartet nach den Worten von Vorstand Jens Wilhelm zwar keinen Zerfall der Euro-Zone.

Gleichwohl habe die Gesellschaft mehrere Szenarien in der Schublade und sei in engem Austausch mit den Kunden. Das Engagement in den Schuldenstaaten habe Union Investment deutlich reduziert. „Griechenland spielt bei uns kaum noch eine Rolle. Wir haben das, was möglich ist, gemacht für unsere Anleger.“

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×