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17.10.2013

14:40 Uhr

Anleihe-Handel

Goldman spürt Unlust der Anleger

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hält den Gewinn im dritten Quartal stabil. Analysten hatten sich aber größere Einnahmen versprochen. Die bleiben aus, da weniger mit Festzins-Papieren und Devisen gehandelt wird.

Goldman-Niederlassung in New York: Die Kunden des Investmentriesen üben sich in Zurückhaltung. dpa

Goldman-Niederlassung in New York: Die Kunden des Investmentriesen üben sich in Zurückhaltung.

New YorkDie Flaute im Investmentbanking setzt auch dem Branchenprimus Goldman Sachs zu. Vor allem der Anleihe-Handel schwächelte über die Sommermonate beträchtlich, weil viele Investoren über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed verunsichert waren und lieber in der Defensive blieben. Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) zeigten sich ebenfalls Rückgänge.

Am Ende konnte Goldman den Gewinnrückgang im dritten Quartal 2013 dank eines strengen Sparkurses zwar auf zwei Prozent begrenzen - es standen 1,4 Milliarden Dollar zu Buche und damit etwas mehr als erwartet. Doch die Aussichten für das Jahresende sind eher durchwachsen, auch wenn Vorstandschef Lloyd Blankfein am Donnerstag Optimismus demonstrierte: „Mit der Einigung im US-Haushaltsstreit dürfte sich das Investorenvertrauen wieder aufhellen, was wiederum die Grundlage für eine nachhaltige Erholung wäre.“

An der Börse überwog die Enttäuschung: Die Goldman-Aktie notierte in New York vorbörslich deutlich im Minus und zog auch die Aktie des Erzrivalen Deutsche Bank in Frankfurt nach unten. Der hiesige Branchenprimus, ebenfalls ein Schwergewicht im Anleihe-Handel, legt seine Quartalszahlen am 29. Oktober vor.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Schon die Zwischenbilanzen von JP Morgan, Citigroup und der Bank of America hatten in den vergangenen Tagen wenig Hoffnung gemacht, dass es bei den europäischen Geldhäusern positive Überraschungen geben könnte.

Bei Goldman brachen die Erlöse im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen um 44 Prozent ein - damit verlor die Bank im Vergleich zu ihren Rivalen überdurchschnittlich stark. Auch im Aktienhandel gab es Einbußen, wenn auch weniger stark. Insgesamt fielen die Konzerneinnahmen auf 6,7 Milliarden Dollar. Trotzdem soll die Quartalsdividende pro Aktie auf 55 von 50 Cent steigen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.10.2013, 15:11 Uhr

Die Jungs bei Goldman arbeiten hart und lange. Das kann ich täglich sehr schön aus meinem Büro mit Blick auf dem Messeturm sehen. Und es ist definitiv nicht die Putzfrau weswegen dort um 23:00 noch das Licht brennt, da auch Freunde von mir dort am Trading-Desk arbeiten.

Daher sind überdurchschnittliche Gehälter für die Mitarbeiter im IB auch mehr als angebracht und gerechtfertigt, denn am Einsatz liegt es nicht. Hoffen wir mal, dass es sich nicht negativ bei den Bonusverhandlungen 2013 auswirken wird.

The_losers_game

21.10.2013, 09:55 Uhr

Fehlanreize von intellektuell überforderten Vorgesetzten (fehlkonzipierte Entlohnungssysteme) und mangelhafte Performance-Messung von Produkten und Leistungen einzelner Mitarbeiter sorgen für operative Hektik und exzessive Arbeitszeiten bei oftmals geistiger Windstille. Dazu kommen für Trader typischer Charakterschwächen wie ALPHA-Männchen-Gehabe, EGO-Pflege und Kontrollillusion ("lange Arbeitszeiten =guter, dynamischer Mitarbeiter, der alles im Griff hat").

Zum Glück lassen sich langfristig die Gesetze der Ökonomie nicht ausschalten und das Investment-Banking wird mangels Fundierung der Geschäftsmodelle weiter schrumpfen, was gut für die Volkswirtschaft und die kapitalistische Grundordnung der Marktwirtschaft ist.

Die Nachfrager der IB-Produkte können ihren Beitrag dazu leisten, wenn sie sich über Finanzmarktkrisen hinweg auf der Lernkurve weiter nach oben bewegen.
Dann stimmen auch wieder die Arbeitszeiten der verbleibenden Mitarbeiter des IB und sie werden (trotzdem oder gerade deswegen) mehr Zeit zum intensiven Nachdenken über gute/sinnvolle Produkte/Dienstleistungen haben.

Man darf auf die Änderungen im Geschäftsmodell der "Jungs bei Goldman & Co. " gespannt sein. Ein Trennbankensystem und höhere Eigenkapitalhinterlegung könnte die Gesundung des IB bei derzeit immer noch völlig überzogenen Gehältern gemessen an dem Mehrwert für die Kunden beschleunigen und die systemischen Risiken aus Testosteron-Ansammlungen bei den Jungs im Messeturm spürbar reduzieren.

Kapitalismus beinhaltet auch immer die Freiheit, sein Vermögen an die Jungs vom IB zu transferieren.

Lesetipps für die Lernkurve: (1) Literatur vom frisch gekürten Eugene Fama als Preisträger für Ökonomie in Gedenken an Alfred Nobel sowie der wissenschaftliche Themenkreis "The loser's game" aus dem aktiven Asset Management, als potenzieller exzessiver Nachfrager des IB (und der Pseudoleistungen von Trading Desks); (2) "The Arithmetic's of Active Management" vom Preisträger-Kollegen William Sharpe.

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