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06.08.2013

16:43 Uhr

Anleihe-Rückkauf

Unicredit steigert Quartalsgewinn stark

Trotz einer steigenden Vorsorge für faule Kredite im Heimatland Italien, konnte die Großbank Unicredit ihren Quartalsgewinn stark steigern. Die Aktie legte an der Mailänder Börse um mehr als drei Prozent zu.

Diese Zahlen zaubern Unicredit CEO Federico Ghizzoni ein Lächeln ins Gesicht: Unicredit konnte seinen Überschuss auf 361 Millionen Euro steigern. dapd

Diese Zahlen zaubern Unicredit CEO Federico Ghizzoni ein Lächeln ins Gesicht: Unicredit konnte seinen Überschuss auf 361 Millionen Euro steigern.

MailandDie italienische Großbank Unicredit macht erste Anzeichen einer Verbesserung im rezessionsgeplagten Heimatmarkt aus. Unter anderem sei die Nachfrage von Firmen und Privathaushalten nach Krediten gestiegen, sagte Bankchef Federico Ghizzoni am Dienstag.

Die Einschätzung deckt sich mit den jüngsten Konjunkturdaten: Demnach kämpft sich Italien langsam aus der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Von April bis Juni schrumpfte die Wirtschaft zwar das achte Quartal in Folge, mit 0,2 Prozent aber nur halb so stark wie befürchtet. Zudem signalisiert der Aufwärtstrend in Industrie und Einzelhandel eine Rückkehr zu Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. Die hohe Staatsverschuldung und die politische Instabilität nach dem Gerichtsurteil gegen den früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi könnten die Trendwende jedoch noch vereiteln.

Die größte Bank des Landes wies dank Kostensenkungen und eines Anleihe-Rückkaufs zu lukrativen Konditionen einen überraschend stark gestiegenen Gewinn für das zweite Quartal aus. Der Überschuss verdoppelte sich auf 361 Millionen Euro. Analysten hatten lediglich mit 349 Millionen Euro gerechnet. Unicredit schrieb allein durch den Bond-Rückkauf einen Buchgewinn von 254 Millionen Euro. Die Aktie legte an der Mailänder Börse um mehr als drei Prozent zu.

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Aber die Quartalsbilanz zeigte auch Bremsspuren. Wie beim lokalen Rivalen Intesa Sanpaolo stieg auch bei Unicredit die Risikovorsorge für faule Kredite - und zwar um satte 35 Prozent zum Vorquartal auf 1,7 Milliarden Euro. Faule Kredite gehören zu den größten Problemen der italienischen Banken, neben den riesigen Beständen italienischer Staatsanleihen.

Nach dem Verkauf des türkischen Versicherungsgeschäfts Yapi Kredi stieg bei Unicredit die Kernkapitalquote nach den neuen Basel-III-Regeln bis Ende Juni auf 9,72 Prozent von 9,46 Prozent Ende März.

Zahlen der Unicredit-Töchter HVB und Bank Austria werden am Mittwoch erwartet. Sie waren - angesichts der Rezession in Italien - zuletzt die Stützen der Gruppe. Bei der HypoVereinsbank in München ist das Investmentbanking gebündelt, in Österreich das Osteuropageschäft.

Von

rtr

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