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25.05.2014

13:55 Uhr

Anteile nicht zum Verkauf

Bund will der Commerzbank treu bleiben

Der Staat bleibt Ankeraktionär des zweitgrößten deutschen Bank: Die Anteile der Commerzbank stehen derzeit nicht zum Verkauf, bestätigt das Bundesfinanzministerium. Der Bund setzt auf steigende Kurse.

In der Commerzbank bleibt der Staat einer der wichtigsten Aktionäre. dpa

In der Commerzbank bleibt der Staat einer der wichtigsten Aktionäre.

BerlinDer Bund will seine Anteile an der Commerzbank nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ mindestens bis 2016 behalten. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigte am Sonntag in Berlin: „Die Bundesregierung plant momentan nicht, ihre Anteile zu veräußern.“

Mehrere interessierte Investoren, die den Anteil des Bundes an der teilverstaatlichten Bank übernehmen wollten, ließ Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits abblitzen, so der „Spiegel“ unter Berufung auf das Finanzressort.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Auf dem Weg zu ihrer Sanierung habe die Commerzbank, das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes unter Führung von Vorstandschef Martin Blessing, erst die Hälfte zurückgelegt. Deshalb sei es nicht ratsam, den Ankeraktionär zu wechseln.

Außerdem hoffe das Finanzministerium darauf, dass sich der Kurs der Commerzbank-Aktie weiter erhole. Umso kleiner fielen dann beim Verkauf des Bundesanteils die Verluste aus. Nach einer Rettungsaktion während der Finanzkrise hält der Bund derzeit noch 17 Prozent und ist damit größter Anteilseigner. Die Bank wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.05.2014, 09:53 Uhr

Der Einstandskurs des Bundes liegt bei rund 25 Euro.Die Coba hätte zu diesem Kurs die gleiche MK wie im März 2000.Ob sie das schafft bis 2016....?

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