Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.08.2011

17:49 Uhr

Anteilsverkauf

Bank of America kassiert acht Milliarden Dollar

Die US-Großbank Bank of America braucht dringend Geld. Vergangene Woche kamen fünf Milliarden Dollar von Investorenlegende Warren Buffett. Und jetzt hat sich das Geldhaus auf einen Schlag weitere Milliarden besorgt.

Geldautomat der Bank of America: Das Institut braucht frisches Geld. AFP

Geldautomat der Bank of America: Das Institut braucht frisches Geld.

Charlotte, New YorkDie stark unter Druck geratene Bank of America macht ihre Beteiligung an der chinesischen Bank CCB zu Geld. Der Verkauf von gut der Hälfte einer zehnprozentigen Beteiligung an nicht genannte Investoren bringt ihr rund 8,3 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) ein, wie die Bank am Montag mitteilte. Einen Anteil von rund fünf Prozent an der China Construction Bank (CCB) - der zweit-wertvollsten Bank der Welt - will die Bank of America behalten. Sie war 2005 - weit vor dem Börsengang der CCB - zunächst mit 9,9 Prozent bei der Bank eingestiegen und hatte den Anteil später noch ausgebaut. Nun nutzte sie die erste Gelegenheit, einen Teil der Aktien nach dem Ende der Haltefrist zu versilbern.

Die Bank-of-America-Aktie reagierte mit einem Freudensprung um 4,8 Prozent auf 8,13 Dollar. Sie war in den vergangenen Wochen stark unter Druck geraten, weil Analysten und Investoren mutmaßten, dass die Bank Milliarden an frischem Kapital brauche, um mit den faulen Hypothekenkrediten in ihrer Bilanz und damit zusammenhängenden Klagen fertigzuwerden. Vorstandschef Bryan Moynihan hatte stets beteuert, die Bank könne genügend Kapital durch den Verkauf von nicht-strategischen Beteiligungen aufbringen. Doch erst der überraschende Einstieg des Milliardärs Warren Buffett mit fünf Milliarden Dollar hatte die Anleger am Freitag beruhigt.

Zu den Käufern des Anteils zählt Finanzkreisen zufolge der Staatsfonds von Singapur, Temasek . Der Anteilsverkauf bringt der Bank of America im dritten Quartal einen Nettogewinn von 3,3 Milliarden Dollar. Die Beteiligung habe beiden Seiten genutzt, sagte Moynihan am Montag. Die Zusammenarbeit der CCB mit der Bank of America war erst vor einer Woche bis Ende 2012 verlängert worden. Damals hatte CCB noch erklärt, nichts von den in Finanzkreisen kursierenden Plänen über einen Teilverkauf zu wissen.

Grund für den Verkauf seien aber die künftig verschärften Eigenkapitalregeln von Basel III, die Beteiligungen an anderen Banken unattraktiv machen, erklärte Finanzchef Bruce Thompson. Danach können Beteiligungen von mehr als zehn Prozent an anderen Banken nicht mehr beim Eigenkapital angerechnet werden. Damit bringe der Verkauf nicht nur zusätzliches Kapital, sondern reduziere auch die Risiken in der Bilanz.

Die Bank of America ist derzeit der größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte. Hausbesitzer können nun reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen und frühere Geschäftspartner von Countrywide verlangen Schadenersatz. Deshalb muss sich die Bank of America mit massiven Verlusten herumschlagen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×