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31.07.2015

17:24 Uhr

Appell der G30

Gute Banker, böse Banker

Führende Köpfe der Finanzbranche fordern, dass Banker mehr auf Moral achten sollen. Bei Handelsblatt-Lesern sorgt das für Diskussionen. Was bringen gute Vorsätze – und was darf die Bankenrettung kosten?

G-30 setzen auf mehr Moral

Hochrangige Banker fordern: „Null-Toleranz-Politik“

G-30 setzen auf mehr Moral: Hochrangige Banker fordern: „Null-Toleranz-Politik“

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FrankfurtHat Bertolt Brecht Recht? „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ zitiert ein Handelsblatt-Leser aus Brechts Dreigroschenoper – und stellt der Finanzbranche damit kein gutes Zeugnis aus. Am Freitag hatte das Handelsblatt mit der Schlagzeile „Banker mahnen Banken“ über den Apell der G30-Gruppe an die Bankenwelt berichtet. Auf der Facebook-Seite des Handelsblatts sorgte das für eine hitzige Debatte.
Zu den G30 gehören etwa der ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, aber auch Axel Weber, Verwaltungsratschef der Schweizer UBS, Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, und BayernLB-Chefaufseher Gerd Häusler. In ihrem Report gehen die Finanzexperten und Wissenschaftler hart mit der Finanzindustrie ins Gericht. „Eine Reihe der größten Banken hat noch immer nicht die notwendigen Reformen umgesetzt“, heißt es gleich im ersten Teil des Berichts – und das sieben Jahre nach der Finanzkrise. Kommt nach dem „Fressen“ also erst jetzt die Moral? Eine Leserin schreibt: „Ein bisschen spät, oder?“ Und ein anderer Leser kritisiert, dass einige der Verfasser zumindest in der Vergangenheit selbst gut verdient hätten „dank der Kultur, die sie jetzt kritisieren“.

Appell für mehr Moral: Banker mahnen Banken

Appell für mehr Moral

Banker mahnen Banken

Geld ist nicht alles: Eine Gruppe hochrangiger Banker hält die Finanzindustrie dazu an, stärker auf die Moral zu achten. Der propagierte Kulturwandel sei ins Stocken geraten. Die Experten legen eine konkrete Reformagenda vor.

Mit ihrem Reformkatalog versuchen die G30, klare Kriterien für das Konzept „Kulturwandel“ vorzulegen – denn den haben zwar viele Banken versprochen, geändert hat sich aber oft nur wenig. Zum Beispiel bei der Deutschen Bank: Deutschlands größtes Institut hat für Rechtsrisiken derzeit 3,8 Milliarden Euro beiseitegelegt. Die Liste der Skandale ist lang, und sie scheint nicht abzureißen. Am Donnerstag erst hatte das Geldhaus offiziell eingeräumt, dass es untersucht, ob Mitarbeiter russischen Kunden bei der Geldwäsche geholfen haben. Am Tag davor sickerte durch, dass die Frankfurter Staatsanwaltschaft wohl gegen acht Deutsch-Banker Anklage erheben wird, weil sie Teil eines groß angelegten Umsatzsteuerbetrugs sein sollen.

Strafzahlungen amerikanischer und europäischer Banken in Mrd. US-Dollar.

Steiler Anstieg

Strafzahlungen amerikanischer und europäischer Banken in Mrd. US-Dollar.

Kein Wunder, dass viele Deutsche auf die Finanzindustrie nicht gut zu sprechen sind. Zumal in der Finanzkrise Institute vom Steuerzahler gerettet werden mussten. „Warum fragt niemand nach dem Schaden, den private Banken und Finanzinstitutionen verursachen?“, fragt ein Leser bei Facebook – und tritt damit eine Diskussion über die Kosten der Bankenrettung los.
Denn die Frage, was die Rettung der Banken den Steuerzahler gekostet hat, lässt sich gar nicht so einfach beantworten. „Dass Banken den Steuerzahler irgendwas kosten, müssen Sie erstmal beweisen“, erwidert ein Leser. Und tatsächlich lässt sich bis heute nicht abschließend sagen, wie teuer die Rettung der Banken letztendlich werden wird.

Kommentare (2)

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Hein Bloed

31.07.2015, 17:56 Uhr

Was ist ein Bankraub ist nichts im Vergleich zur Gründung einer Bank.
Der Spruch wäre für den Artikel passend.

Herr Peter Delli

03.08.2015, 10:27 Uhr

http://tv-orange.de/2015/08/die-wurzel-allen-uebels-die-wundersame-geldvermehrung/

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