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30.06.2015

15:19 Uhr

Arbeitsmarkt

Banken bilden weniger aus

Der Personalabbau bei Banken hält auch im Jahr 2014 an. Die Institute schließen Filialen und auch beim Nachwuchs knausert die Branche. Die Privatbanken sehen sich vom Trend ausgenommen.

Im Jahr 2014 war die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe leicht rückläufig. AFP

Commerzbank in Frankfurt

Im Jahr 2014 war die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe leicht rückläufig.

BerlinIm Zuge der Finanzkrise wurden in deutschen Banken massiv Stellen abgebaut. Dieser Trend hält an: Auch im Jahr 2014 war die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe über alle Bankgruppen hinweg leicht rückläufig. Gegenüber 2013 verringerte sich der Personalbestand um knapp 0,9 Prozent auf 640.050. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung.  Die Schließungen von kostenintensiven Filialen seien weiterhin Hauptgrund für den Personalabbau.

Der Trend rückläufiger Beschäftigtenzahlen ging den Daten zufolge aber zumindest im privaten Bankgewerbe im Jahr 2014 zurück. Zum Jahresende 2014 waren hier rund 171.200 Personen beschäftigt, das sei ein leichtes Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Regionalbanken, Privatbankiers und Hypothekenbanken stellten laut AGV Banken neue Mitarbeiter ein. Grund hierfür sei, dass Banken aufgrund zunehmender Regulierung mehr Fachkräfte nachfragten.

Filialsterben (ausgewählte Bank-Gruppen)

Sparkassen

Zahl der Filialen (Ende 2010): 13.025

Zahl der Filialen (Ende 2013): 12.323

Veränderung 2013 vs. 2010: -5,3 Prozent

Quelle: Bundesbank

Volksbanken/Raiffeisenbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 11.830

Zahl der Filialen (Ende 2013): 11.335

Veränderung 2013 vs. 2010: -4,2 Prozent

Großbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 8.132

Zahl der Filialen (Ende 2013): 7.610

Veränderung 2013 vs. 2010: -6,4 Prozent

Regional- und Kreditbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 2.604

Zahl der Filialen (Ende 2013): 2.424

Veränderung 2013 vs. 2010: -6,9 Prozent

Banken stellen weniger Azubis ein

Unter dem Personalabbau leidet auch der Nachwuchs. Denn die meisten Nachwuchskräfte wurden für das Privatkundengeschäft ausgebildet, hier sinkt der Personalbedarf aber deutlich. Die Ausbildungsquote, die den Anteil der Auszubildenden im Verhältnis zum Stammpersonal angibt, ist im privaten Bankgewerbe im Jahr 2014 leicht gesunken. „Institute sind dazu übergegangen, nicht mehr – wie früher üblich – deutlich über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden“, so der Verband.

Außerdem beobachtete der Arbeitgeberverband, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe innerhalb eines Jahres um über sechs Prozent gestiegen ist. Ein Viertel der Beschäftigten arbeitet inzwischen in Teilzeit.

Auch das Bundesinstitut für Berufsbildung kam im vergangenen Jahr zum Ergebnis, dass der Bankensektor zukünftig leicht schrumpfen wird. Denn Bankkaufleute weisen hohe Abwanderungstendenzen auf und heuern oftmals in anderen Branchen an. Dies liegt zum Beispiel an den enormen Belastungen, denen Banker ausgesetzt sind. „Beschäftigte im Bankensektor sagen häufiger von sich, dass die Belastungen mitunter bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit gehen“, so die Autoren des Berufsbildungsinstituts.

Von

jau

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