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23.11.2011

10:35 Uhr

Asset Management

Deutsche Bank stellt Vermögensverwaltung in Frage

Die Deutsche Bank prüft die Zukunft der Vermögensverwaltung, die rund 500 Milliarden betreut. Deutschlands größte Bank könnte Geld aus dem Verkauf gut gebrauchen - und der Posten von Bereichsmanager Kevin Parker wackelt.

Die Deutsche Bank stellt ihre Vermögensverwaltung auf den Prüfstand. dpa

Die Deutsche Bank stellt ihre Vermögensverwaltung auf den Prüfstand.

FrankfurtDie Deutsche Bank stellt ihre Vermögensverwaltung auf den Prüfstand. Für das weltweite Asset Management, also die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger und das Fondsgeschäft, werde eine „strategische Überprüfung“ eingeleitet, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit. Das betreffe aber nicht die Fondsgesellschaft DWS mit ihren Geschäften in Europa und Asien. „Unser Ziel ist es, die beste strategische Option zu finden, um die Leistung und das Potenzial im Unternehmensbereich Asset Management zu maximieren“, erklärte der zuständige Manager Kevin Parker.

„Die Bank steht selbstverständlich weiter zum Asset Management“, heißt es in der Mitteilung. Es kämen jedoch „alle strategischen Optionen“ in Betracht. Dabei schließt sie einen Verkauf von Teilen des Bereichs, der insgesamt rund 500 Milliarden Euro für Kunden investiert, nicht aus, wie ein Sprecher sagte.

Die Ankündigung steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Kapitalbedarf des Unternehmens. Ein Verkauf der Sparte könnte Schätzungen zufolge bis zu 4,5 Milliarden Dollar in die Kassen spülen und so die Kapitalposition verbessern. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt, braucht die Deutsche Bank zwischen zehn und 15 Milliarden Euro an Kapital, um die nach Basel III angestrebten Mindestanforderungen zu erreichen. Diese Regeln werden ab 2019 vollständig gelten.

Staatsgelder schließt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann allerdings für sein Haus weiterhin kategorisch ab. Es sei wesentlicher Teil der gesellschaftlichen Verantwortung der Bank, die Staatsschuldenkrise ohne Geld der
Steuerzahler zu bewältigen. „Jeder Steuerzahler und Politiker sollte froh darüber sein, wenn Unternehmen ohne Staatshilfe auskommen“, sagte Ackermann am Dienstagabend bei einer Veranstaltung in Hamburg.

Auch andere europäische Großbanken stellten zuletzt das US-Geschäft infrage wegen des dort noch schwierigeren Umfelds und Steuerstreitigkeiten. Die Deutsche Bank weist darauf hin, sie nehme vor allem die „jüngsten regulatorischen Veränderungen“ und damit verbundene Kosten und Wachstumsaussichten unter die Lupe.

Die Ankündigung könnte ein Fingerzeig auf die künftige Ausrichtung der größten deutschen Bank sein - und zu Parkers beruflicher Zukunft. Zuletzt war in Medienberichten spekuliert worden, Parker werde den jüngsten Machtkämpfen bei der größten deutschen Bank zum Opfer fallen, spätestens nach der Hauptversammlung im Mai 2012, wenn die Vorstände Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Konzernführung von Josef Ackermann übernehmen.

Kommentare (4)

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db_poodles

22.11.2011, 18:34 Uhr

als hätte die DB noch nennenswertes Vermögen.

kapitaleflucht

22.11.2011, 21:13 Uhr

es geht nicht nur um steuerstreitigkeiten in den USA sondern schlicht um kriminelle handlungen und verflechtungen von bankmitarbeitern und auch um haftungsfragen.

im übrigen erlaube ich mir den hinweis,daß die deutsche bank für den bereich vermögensverwaltung ,nicht nur weil die minderleistungen dauergesprächsstoff in der branche sind ,recht spät die reißleine zieht.

herr ackermann war sicher von wichtigeren dingen abgelenkt

Account gelöscht!

23.11.2011, 05:29 Uhr

Hinsichtlich der Vermoegensverwaltung der Deutschen Bank gehe man zu deren Homepage und sehe sich die Zinsen fuer Einlagen in unterschiedlichen Waehrungen an. Also wer da noch sein Vermoegen verwalten laesst...

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