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16.12.2011

12:55 Uhr

Asset Management

Deutsche Bank verkauft Vermögensverwaltung

Die Deutsche Bank will ihre Vermögensverwaltung für bis zu drei Milliarden Euro verkaufen. Josef Ackermann hatte vor einem Monat angekündigt, die Vermögensverwaltung weltweit auf den Prüfstand zu stellen.

Die Deutsche Bank will ihre Vermögensverwaltung verkaufen. AFP

Die Deutsche Bank will ihre Vermögensverwaltung verkaufen.

LondonDie Deutsche Bank erhofft sich Finanzkreisen zufolge bis zu drei Milliarden Euro vom Verkauf großer Teile ihrer Vermögensverwaltung. Das größte deutsche Geldhaus habe jetzt Informationen an Dutzende potenzielle Bieter verschickt, sagten mehrere mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Bis Februar erwarte die Bank unverbindliche Angebote für die Sparten, die insgesamt 400 Milliarden Euro Vermögen verwalten. „Mehr als 30 Interessenten haben angeklopft“, sagte einer der Insider. Darunter seien große US-Vermögensverwalter wie Blackrock, Depotbanken wie Bank of New York Mellon und US-Institute mit einem starken Vermögensverwaltungsgeschäft. Experten halten den angestrebten Kaufpreis angesichts der geringen Risiken dieser Geschäftsbereiche für realistisch.

Die Deutsche Bank hatte Ende November einen Großteil der kriselnden Vermögensverwaltungstochter auf den Prüfstand gestellt. Dabei geht es um Bereiche, in denen das Institut nicht zu den größten Anbietern zählt und die nur bescheidene Gewinne abwerfen. Dazu gehören die Immobilien- und Infrastrukturfondssparte RREEF, die Vermögensverwaltung für Versicherungen (Deutsche Insurance Asset Management) und andere institutionelle Kunden (DB Advisors). Auch das US-Geschäft der Publikumsfondsgesellschaft DWS, das nie so richtig in Schwung gekommen ist, könnte den Besitzer wechseln. Ausgeklammert werden dagegen die gut laufenden Geschäfte der DWS in Europa und Asien.

Der gesamte Bereich verdiente in den ersten neun Monaten gut 300 Millionen Euro - der Löwenanteil kommt von der DWS hierzulande.

„Von Seiten der Deutschen Bank erwartet man für alle zum Verkauf stehenden Bereiche zwei bis drei Milliarden Euro“, sagte eine der mit dem Prozess vertrauten Personen. Das Institut habe eine Präferenz für einen Verkauf aller Teile als Ganzes, sei aber nicht festgelegt. Ein Sprecher wollte das nicht kommentieren. „Die Bank wird am Ende die Lösung wählen, die ihr am meisten Geld bringt“, meint Dirk Becker, Bankenexperte beim Investmenthaus Kepler Equities. Er hält einen Preis von bis zu drei Milliarden Euro für realisierbar. Einige Experten sprechen gar von vier Milliarden Euro - ein Prozent des verwalteten Vermögens. Doch speziell das Geschäft mit Versicherungen wirft nicht so hohe Margen ab. Größere börsennotierte Vermögensverwalter werden derzeit auf einem Bewertungsniveau gehandelt, das sich zwischen ein und zwei Prozent der betreuten Assets bewegt.

Die Vermögensverwaltung bindet kaum Eigenkapital, womit das Geschäft gerade in Krisenzeiten wie diesen geschätzt wird.

„Diese Bankgeschäfte lassen sich im Moment als einzige verkaufen“, sagt ein Investmentbanker. Man braucht indes eine kritische Größe, damit es sich lohnt und einen die Kosten nicht erdrücken. „In der Vermögensverwaltung zählt: Je größer, desto besser“, sagt Becker. Daher kämen als Käufer vor allem die großen Namen in Frage. Der Verkauf ganzer Banken, wie etwa der Frankfurter BHF-Bank, ist dagegen wegen der damit verbundenen Risiken auf der Kapital- und Finanzierungsseite deutlich schwieriger. Die Veräußerung der Deutsche-Bank-Tochter zieht sich seit mehr als einem Jahr hin.

 In Finanzkreisen wird ein Verkauf der Vermögensverwaltungsbereiche im ersten Halbjahr für möglich gehalten. Die Einnahmen kann die Bank gut gebrauchen. Die Europäische Bankenaufsicht EBA hat einen Kapitalbedarf von 3,2 Milliarden Euro identifiziert, den die Bank bis Ende Juni 2012 aufbringen muss. Das wird ihr Finanzkreisen zufolge zwar auch ohne diesen Verkauf gelingen, aber in diesen Zeiten ist ein Puffer wichtig, um für die nächste Krise gewappnet zu sein.

Von

rtr

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